Letzte Ruhe: Deutsche lassen ihre Toten in die Schweiz liefern
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Letzte RuheDeutsche lassen ihre Toten in die Schweiz liefern

Um Kosten zu sparen, bestatten Deutsche ihre Angehörigen lieber in der Schweiz. Immer mehr Urnenbestellungen in Deutschland werden zum Tagesgeschäft. Jetzt reagieren die Behörden.

von
Nina Frauenfelder
Bestatter Alfred Ackermann erhält regelmässig Anfragen von Kunden aus Deutschland. (Bild: ZVG)

Bestatter Alfred Ackermann erhält regelmässig Anfragen von Kunden aus Deutschland. (Bild: ZVG)

«Wir haben immer wieder Anfragen von deutschen Kunden», sagt der Rheintaler Bestatter Alfred Ackermann. Der Grund für die steigende Nachfrage: Anders als in der Schweiz werden in Deutschland Urnen nicht an Privatpersonen ausgehändigt. Zudem besteht in Deutschland eine Bestattungspflicht, was jeweils Kosten von rund 1000 Euro zur Folge hat.

Schweizer Bestattungsunternehmen haben jedoch die Möglichkeit, im Auftrag eine Urne in Deutschland anzufordern und sie dann hier den Angehörigen auszuhändigen.

Eine Umfrage bei Ostschweizer Bestattern und Behörden zeigt: Immer mehr Deutsche machen von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Asche muss in der Schweiz beigesetzt werden

Auch bei der Stadt Kreuzlingen gehören die Urnenbestellungen in Deutschland zum Tagesgeschäft. «Dabei muss ich jeweils bestätigen, dass die Asche in der Schweiz beigesetzt wird», sagt Ursula Layritz, Leiterin des Bestattungsamts Kreuzlingen. Ob es dann tatsächlich so ist, könne sie aber nicht kontrollieren, so Layritz.

Auch deutsche Bestattungsfirmen haben das Geschäft erkannt. «Deutsche Bestatter werben auf ihrer Homepage mit Seebestattungen, die in der Schweiz erlaubt sind», sagt Jürg Hertz, Chef des Amts für Umwelt Thurgau.

Dem will man nun einen Riegel vorschieben. Ende Jahr soll im Grossen Rat ein Gesetz verabschiedet werden, das die kommerziellen Seebestattungen verbietet. Die Urnenlieferungen aus Deutschland bleiben jedoch weiterhin erlaubt.

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