Deutsche lieben Mundart
Aktualisiert

Deutsche lieben Mundart

Dialektkurse boomen: Immer mehr Deutsche versuchen sich in Mundart. Die Zürcher Sprachschulen verzeichnen bis zu 55 Prozent mehr Anfragen als 2005.

Was für die Schweizer eine Peperoni, ist für die Deutschen eine Paprika. Und was wir Peperoncini nennen, ist für unsere Nachbarn eine Peperoni. Unsere Sprache hat für eingewanderte Deutsche mehr Tücken, als viele glauben. «Viele Deutsche, die hierherkommen, sind völlig überrascht, wie viele Probleme ihnen der Schweizer Dialekt bereitet», sagt Michael Kühntopf, Autor vom «Schweizer Wörterbuch».

Von den sprachlichen Komplikationen profitieren vor allem die Sprachschulen: Schweizerdeutschkurse boomen. «Wir haben 55 Prozent mehr Anfragen als im Vorjahr», sagt Jacqueline Artho von der World of Languages Education GmbH. Bei Inlingua werden wegen der steigenden Nachfrage erstmals überhaupt Schweizerdeutschkurse angeboten. Und die Migros-Klubschule bietet seit dem letzten Jahr Dialektkurse explizit für die Deutschen an.

«Die Teilnehmer lernen, wie man sich hierzulande begrüsst, im Berufsleben verständigt und zudem einiges über Schweizergeschichte», sagt Guido Spielhofer von der Migros-Klubschule. Für seine Kursbesucher sei dies ein «Akt der Integration», wie sie betonten.

Romina Lenzlinger

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