Auch in der Schweiz: Deutsche Polizei fahndet nach G-20-Randalierern
Aktualisiert

Auch in der SchweizDeutsche Polizei fahndet nach G-20-Randalierern

Nach den Ausschreitungen beim G-20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 leitet die deutsche Polizei eine europaweite Fahndung ein. Auch die Schweiz ist betroffen.

von
scl
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Die Hamburger Polizeiführung hat Hundertschaften aus anderen Bundesländern zur Unterstützung beim G-20-Gipfel angefordert. Insgesamt sollen mehr als 20'000 Beamte im Einsatz sein. (7. Juli 2017)

Die Hamburger Polizeiführung hat Hundertschaften aus anderen Bundesländern zur Unterstützung beim G-20-Gipfel angefordert. Insgesamt sollen mehr als 20'000 Beamte im Einsatz sein. (7. Juli 2017)

Keystone/Bodo Marks
Allein die Dutzenden abgebrannten Autos schlagen mit insgesamt vier Millionen Euro zu Buche: Die Feuerwehr versucht ein in Brand gestecktes Auto zu löschen. (8. Juli 2017)

Allein die Dutzenden abgebrannten Autos schlagen mit insgesamt vier Millionen Euro zu Buche: Die Feuerwehr versucht ein in Brand gestecktes Auto zu löschen. (8. Juli 2017)

Keystone/Clemens Bilan/EPA
Ein demolierter Bancomat am Tag nach der Krawallnacht.

Ein demolierter Bancomat am Tag nach der Krawallnacht.

Keystone

Die deutsche Polizei hat wegen der Ausschreitungen beim G-20-Gipfel in Hamburg im Jahr 2017 zu 24 mutmasslichen Randalierern eine europaweite Fahndung eingeleitet. Auch die Schweiz ist betroffen.

Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) habe am 13. April 2018 eine Fahndungsliste mit Bildern von zwei Dutzend bisher unbekannten Personen an ausgewählte europäischen Staaten gesandt. So heisst es in einer Antwort des deutschen Innenministeriums an die Linksfraktion, die den Zeitungen der deutschen Funke Mediengruppe vorliegt.

Mit der «Bitte um Identifizierung» der Tatverdächtigen ging die Fahndungsliste an 15 ausländische Dienststellen, unter anderem an die «Guardia Civil Counter Terrorism Unit» in Spanien, die «State Security Division» in Griechenland, das «SO15 Counter Terrorism Command» in Grossbritannien sowie weitere Sicherheitsbehörden in Frankreich, Polen, Ungarn, Tschechien, in den Niederlande, Belgien, Österreich, Schweden, Dänemark, Finnland, Italien und in der Schweiz. Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung seien eingeleitet worden.

«Lächerlichkeits-Wettbewerb der Behörden»

Am Rande des Gipfeltreffens G-20 in Hamburg im vergangenen Juli war es zu Ausschreitungen, Brandstiftungen und teilweise Plünderungen gekommen. Die Hamburger Polizei hatte zunächst eine deutschlandweite öffentliche Fahndung nach mehr als 100 unbekannten Personen eingeleitet, die sich an den Ausschreitungen beteiligt haben sollen.

Datenschützer und linke Politiker üben scharfe Kritik an der öffentlichen Fahndung nach mutmasslichen G-20-Randalierern. Die Linksfraktion sieht in der Polizeimassnahme eine «unverhältnismässige Verletzung der Grundrechte». Teilweise seien sogar Minderjährige von der Fahndung betroffen. «Das Landeskriminalamt Hamburg und das Bundeskriminalamt überbieten sich in einem Lächerlichkeits-Wettbewerb», sagte Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke den Funke-Zeitungen. Die Hamburger Behörden wollen nach Informationen der Mediengruppe am kommenden Mittwoch bei einer Pressekonferenz Ergebnisse zum Stand der Ermittlungen präsentieren. (scl/sda)

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