«Tatort: Todesspiel»: Deutsche stellen unsere Polizei als faul hin
Aktualisiert

«Tatort: Todesspiel»Deutsche stellen unsere Polizei als faul hin

In «Tatort: Todesspiel» war das deutsche Ermittlerduo auf die Hilfe der Schweizer Kollegen angewiesen. Nach Dienstschluss war bei ihnen aber nichts mehr zu holen.

von
los

Am Sonntagabend ermittelten Klara Blum und ihr Partner Kai Perlmann in «Tatort: Todesspiel» zum Tod eines Millionenerben. Ihre Untersuchungen führten die Konstanzer Kommissare bis in die Schweiz. Das Kriminalisten-Duo brauchte Akten. Dringend. Engagiert greift Blum zum Telefon und fordert bei den Kollegen der St. Galler Kantonspolizei die Akten zu einem mysteriösen Selbstmord an. Dass schon spät am Abend ist, ignoriert sie. Die Kommissarin pfeift offenbar auf Dienstschluss. Der Fall muss gelöst werden. Sofort.

Faule Schweizer! Tatsächlich?

Blöd nur, machte Blum die Rechnung ohne ihre Schweizer Kollegen. In der Fiktion des deutschen «Tatorts» leisten die lediglich Dienst nach Vorschrift. Die Zuschauer hören Blum genervt in den Hörer sagen: «Ja klar, weiss ich, wie spät es ist. Wir haben ja die gleiche Uhrzeit.» Doch es bleibt dabei, die Akten bekommt Blum erst am nächsten Tag zugestellt. Faule Schweizer Polizisten! So jedenfalls der Eindruck beim Zuschauer.

«Man kann nicht einfach Akten rüberschicken»

Leisten die Ostschweizer Polizisten wirklich Dienst nach Vorschrift? Nein. Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen weist diesen Vorwurf gegenüber 20 Minuten entschieden zurück: Das Szenario im «Tatort» sei nicht realistisch. «Man kann nicht einfach Untersuchungsakten über die Grenze schicken.» Also doch Dienst nach Vorschrift? Krüsi verneint, weist aber auf die strikten Vorschriften hin: «Das sind meist hochkomplexe Fälle, bei denen Dienstwege eingehalten werden müssen – Dienstschluss hin oder her.» In «Todesspiel» prallen also Fiktion und Realität aufeinander.

Deine Meinung