Aktualisiert 08.12.2008 15:48

ZürichDeutsche und Inder sind Spitzenzuzüger

Die Zuwanderung von hochqualifizierten Ausländern in die Stadt Zürich hat an Bedeutung gewonnen. Die «neue Zuwanderung» auf diese Gruppe zu reduzieren, ist laut Statistik Stadt Zürich jedoch falsch.

Die Gruppe der Hochqualifizierten bilde lediglich einen Ausschnitt aus der Realität, heisst es in einer Mitteilung der Stadt Zürich vom Montag. Es gebe kein einheitliches Bild. Dies zeige eine von Statistik Zürich in Zusammenarbeit mit der Integrationsförderung der Stadt erstellte Analyse.

Dass die Zuzüge von Ausländerinnen und Ausländern nach wie vor durch grosse Heterogenität geprägt sei, lasse sich exemplarisch am Beispiel der zuziehenden deutschen Staatsangehörigen zeigen.

Von den in den Jahren 2005 bis 2007 zugezogenen Deutschen gaben 17,7 Prozent an, einen Beruf auszuüben, für den keine Berufsausbildung notwendig ist. 27,8 Prozent nannten einen Beruf, der eine Berufslehre voraussetzt und 26,7 Prozent eine Tätigkeit, für die es einen höheren Abschluss braucht.

Spitzenreiter Deutschland und Indien

Die Zusammensetzung der zuziehenden ausländischen Personen hat sich seit 1993 verändert. Machten 1993 Staatsangehörige aus Serbien und Montenegro, Deutschland, Portugal, Italien und Spanien die fünf grössten Gruppen aus, so waren es 2007 Neuzugezogene aus Deutschland, Indien, Italien, Portugal und Grossbritannien.

Die markantesten Veränderungen zeigten sich dabei bei den beiden Spitzenreitern. Während sich die Anzahl der pro Jahr zugezogenen deutschen Personen zwischen 1993 und 2007 auf etwa 8350 vervierfacht hat, hat sich die Zahl der zuziehenden indischen Personen mehr als verneunfacht - auf rund 1350 Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger.

Markant gestiegen ist auch der Anteil volljähriger Einzelpersonen. 1993 betrug er noch 66,8 Prozent, fünfzehn Jahre später 82,9 Prozent (2007). Der weitaus grösste Anteil ist zwischen 20 und 39 Jahren alt.

Neue integrationspolitische Herausforderungen

Für die Integrationspolitik der Stadt Zürich aufgrund der Entwicklungen im Migrationsbereich Themen und Fragestellungen, die an Bedeutung gewinnen werden. Sie betreffen unter anderem die Möglichkeiten und Grenzen einer temporären Integration.

Aber auch die ungleiche gesellschaftliche Bewertung von beispielsweise albanisch, portugiesisch oder englisch sprechenden «Parallelgesellschaften» müsse im Auge behalten werden; ebenso das Verhältnis der schweizerischen Bevölkerung zu den aus Deutschland Zugewanderten.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.