Mit Rekordtempo nach unten: Deutsche Wirtschaft bricht um 10,1 Prozent ein

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Mit Rekordtempo nach untenDeutsche Wirtschaft bricht um 10,1 Prozent ein

Im Rekordtempo ist die deutsche Wirtschaftsleistung zwischen April und Juni zurückgegangen. Es ist der stärkste Einbruch seit 1970.

von
Dominic Benz
Die Corona-Pandemie bremst die deutsche Wirtschaft so stark ab wie noch nie zuvor.

Die Corona-Pandemie bremst die deutsche Wirtschaft so stark ab wie noch nie zuvor.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Die deutsche Wirtschaft erlebt einen noch nie da gewesenen Einbruch.
  • Die Wirtschaftsleistung sinkt im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent.
  • Es ist der stärkste Rückgang des Bruttoinlandsprodukts seit Beginn der Berechnung 1970.
  • Hoffnung setzen die Ökonomen auf das zweite Halbjahr.

Die deutsche Wirtschaft hat auf dem Höhepunkt der Corona-Krise einen noch nie da gewesenen Einbruch erlebt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte.

Es war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen im Jahr 1970. Die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatten weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt: Geschäfte, Hotels und Restaurants mussten schliessen, Fabriken machten dicht, Veranstaltungen wurden abgesagt. Bereits zum Jahresanfang war die Wirtschaftsleistung deutlich gesunken. Europas grösste Volkswirtschaft steckt in einer tiefen Rezession.

Hoffnung auf zweites Halbjahr

Im Vorjahresvergleich brach die Wirtschaftsleistung um 11,7 Prozent ein. Den bisher stärksten Rückgang gegenüber einem Vorjahresquartal hatte es während der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise mit minus 7,9 Prozent im zweiten Quartal 2009 gegeben.

Volkswirte gehen davon aus, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr anzieht, vorausgesetzt die Infektionszahlen steigen nicht wieder deutlich an. Die wegen des Virus verhängten Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft wurden seit Mai zunehmend gelockert. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stehen die Zeichen «eindeutig auf Erholung». Es werde aber wohl zwei Jahre dauern, bis der historische Einbruch vom Frühjahr wettgemacht sei.

Konjunkturprogramm

Der Deutschen Bundesbank zufolge dürfte der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Aktivität bereits im April erreicht worden sein. Im zweiten Halbjahr dürfte sich die wirtschaftliche Erholung fortsetzen. «Dazu wird auch das zuletzt beschlossene Konjunkturpaket beitragen», schrieben die Experten im jüngsten Monatsbericht.

Die deutsche Bundesregierung hat für die Jahre 2020 und 2021 ein insgesamt 130 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket aufgelegt. Unter anderem wurde die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise 7 auf 5 Prozent. Das soll den Konsum als wichtige Stütze der Konjunktur ankurbeln.

Die Bundesregierung rechnet trotz der erwarteten Erholung im Gesamtjahr mit der schwersten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Sie ging zuletzt von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 6,3 Prozent aus. Ähnlich düster sind andere Vorhersagen. In der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 war das deutsche BIP um 5,7 Prozent geschrumpft.

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