«Restaurants meiden» - Deutsche Zeitung teilt skurrile Spartipps für Ferien in der Schweiz
Die Schönheit der Schweiz besuchen, aber lieber nur wenig Geld liegen lassen; das preist eine deutsche Zeitung an.

Die Schönheit der Schweiz besuchen, aber lieber nur wenig Geld liegen lassen; das preist eine deutsche Zeitung an.

H. Emre, Pexels
Publiziert

«Restaurants meiden» und «Trinkbrunnen nutzen»Deutsche Zeitung teilt skurrile Spartipps für Ferien in der Schweiz

Eine deutsche Zeitung zeigt der Leserschaft, wie man die Schweiz im Budget-Modus bereisen kann. Ob Ferien so noch Spass machen?

von
Martin Hoch

Seit jeher begeistert die Schweiz unser nördliches Nachbarland als Feriendestination. Einziger Makel: Eine Reise durch die Schweiz hat ihren Preis. Die «Badische Zeitung» verspricht der Leserschaft nun Abhilfe und liefert Insidertipps, wie man die Schweiz günstig bereist.

Mit wenigen Euros durch die Schweiz – die «Badische Zeitung» teilt ihre Tipps.

Mit wenigen Euros durch die Schweiz – die «Badische Zeitung» teilt ihre Tipps.

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Statt ins Grotto gehts zum Discounter

Kulinarik ist ein wesentlicher Bestandteil des Reisens – schliesslich gehört die Küche zur Kultur eines Landes. So erinnert sich Mancher an eine Nudelsuppe, die man in Bangkok genüsslich schlürfte oder an ein Steak, das in Buenos Aires in höchster Qualität auf den Tisch kam. In der Schweiz ist das nicht anders. So erkundet man im Tessin in den Grotti die schmackhafte, regionale Küche oder schlendert durch Gruyère und kehrt in ein urchiges Restaurant für ein Fondue ein.

Doch davon ist im Artikel nichts zu lesen. Der Tipp zur Verpflegung mutet kurios an: «Restaurants meiden». Stattdessen solle man sich mit M-Budget- und Qualité & Prix-Produkten eindecken. Oder gleich bei den Discountern vorbeischauen.

Diesem Genuss , einem Besuch in einem Grotto, wird ein Schnäppchenjäger oder eine Schnäppchenjägerin wohl nicht fröhnen.

Diesem Genuss , einem Besuch in einem Grotto, wird ein Schnäppchenjäger oder eine Schnäppchenjägerin wohl nicht fröhnen.

Switzerland Tourism

Zu trinken gibts Wasser

«Im Restaurant kostet ein Mineralwasser, egal ob still oder mit Blöterli ab etwa vier Franken (rund 3,60 Euro)», schreibt die Autorin im Artikel. Besser, man bringe seine Trinkflasche mit und fülle sie an einem öffentlichen Brunnen auf. Grundsätzlich ein vernünftiger Tipp.

Aber wie wäre es mit einem Rivella, einem Gazosa oder einem Wein aus der Bündner Herrschaft? Genuss scheint nicht Teil dieser Tippliste zu sein. Aber wir hätten einen Souvenirtipp für Touristinnen und Touristen: Wenn ihr euch an den Schweizer Trinkbrunnen das Wasser auffüllt, kauft dafür eine solide Sigg-Flasche. Die kostet etwas mehr, hält dafür ein Leben lang.

Die Schweiz ist nicht das Land wo Milch und Honig fliesst, aber das Land, wo man beinahe an jedem Brunnen Wasser trinken kann.

Die Schweiz ist nicht das Land wo Milch und Honig fliesst, aber das Land, wo man beinahe an jedem Brunnen Wasser trinken kann.

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Zürcher 4-Sterne-Hotels meiden

«Ein Vier-Sterne-Hotel in der Zürcher City oder per Bahn hinauf auf das Jungfraujoch? Da sollte das Portemonnaie gut gefüllt sein», heisst es im Artikel. Ländliche Regionen in Graubünden und im Wallis, sowie dünn besiedelte Gebiete in der Westschweiz gibts als Tipps für Sparfüchse. Ein Tipp, der nicht falsch ist – abseits des Rummels kann es genauso schön sein und tatsächlich locken diese Regionen mit günstigeren Preisen.

Schick und doch preiswert: die neue Wellness-Jugendherberge in Laax.

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Schweizer Jugendherbergen

Weiter heisst es: Die klassische Hotellerie meiden. Stattdessen bewirbt der Artikel die Reka Feriendörfer oder die Wellnesshostels der Schweizer Jugendherbergen in Saas-Fee und Laax. Es stimmt, die Schweiz verfügt über eine attraktive Parahotellerie.

Dennoch ein Tipp an die Gäste aus Deutschland (und natürlich auch anderen Ländern): Aktuell könntet ihr euch ein schickes 4-Sterne-Hotel in der Zürcher City gönnen – ein kurzer Blick auf die gängigen Hotelplattformen reicht. So findet man beispielsweise im 4-Sterne-Hotel Aja in Zürich ein Zimmer für zwei Personen für 115 Franken pro Nacht. Das ist gar günstiger als ein Doppelzimmer in einer der genannten Jugendherbergen. Und die von der Coronakrise gebeutelte Hotelbranche freut sich gerade in den Städten, euch willkommen zu heissen.

Im teuren Zürich seien schicke 4-Sterne-Hotels nicht bezahlbar, schreibt die Autorin.

Im teuren Zürich seien schicke 4-Sterne-Hotels nicht bezahlbar, schreibt die Autorin.

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Gratis ins Museum und in die Badi

Die Stadt Basel locke mit interessanten Museen. So heisst es im Artikel: «Basel ist die Museumshauptstadt der Schweiz. Dort und in anderen Städten öffnen zahlreiche Häuser am ersten Sonntag des Monats ihre Pforten gratis.» Aufs Timing kommt es demnach an. Weiter steht: «Im Kunstmuseum gibt es zusätzlich von Dienstag bis Freitag für die letzte Öffnungsstunde (17–18 Uhr) freien Eintritt.»

Statt sich in den Ferien durch den Tag treiben lassen, muss man sich bei diesem Tipp an einen strikten Zeitplan halten und dann in einer Stunde durchs Kunstmuseum Basel hetzen. «Und es gibt noch viele Museen, die an bestimmten Tagen und/oder zu bestimmten Uhrzeiten freien Eintritt gewähren», heisst es weiter. Auch bei den Freibadis gibts Tipps, wo man nichts bezahlen muss.

Ins Kunstmuseum Basel ja, aber lieber nicht dafür bezahlen. 

Ins Kunstmuseum Basel ja, aber lieber nicht dafür bezahlen.

Basel Tourismus, Julian Salinas

Der Schweizer ÖV wird gelobt

Immerhin wird im Artikel unser attraktives ÖV-Angebot gelobt. Dieser Tipp trifft ins Schwarze: «In Zürich für 8,80 Franken ein Tagesticket lösen, die City per Bus, Tram und vor allem per Schiff erkunden und natürlich in den Zürichsee springen.»

Was hältst du von diesen Spartipps? Hättest du gar noch eigene Tipps, wie man in den Ferien Geld sparen kann? Dann ab damit in die Kommentare!

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