Konzert in Unterwasser: Deutscher aus Rüti mietete Halle für Neonazis
Aktualisiert

Konzert in UnterwasserDeutscher aus Rüti mietete Halle für Neonazis

Zum Neonazi-Konzert kommen neue Details ans Licht: Die Tennishalle, in der sich die 6000 Rechtsextremen trafen, wurde von einem Deutschen gemietet.

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Neonazis müssten gesellschaftlich geächtet werden, sagt SP-Nationalrat Cédric Wermuth. «Viele Schweizer sind tendenziell auf dem rechten Auge blind.»

Neonazis müssten gesellschaftlich geächtet werden, sagt SP-Nationalrat Cédric Wermuth. «Viele Schweizer sind tendenziell auf dem rechten Auge blind.»

Keystone/Walter Bieri
Beat Flach (GLP) sagt: «Damit die Schweiz nicht zum Tummelplatz der internationalen rechten Szene wird, müssen wir dieses Rennen gegen solche Veranstalter gewinnen.»

Beat Flach (GLP) sagt: «Damit die Schweiz nicht zum Tummelplatz der internationalen rechten Szene wird, müssen wir dieses Rennen gegen solche Veranstalter gewinnen.»

Keystone/Gaetan Bally
Gerhard Pfister (CVP): «Veranstaltungen von Neonazis sind so problematisch wie Aktivitäten von islamistischen Fundamentalisten.» Laut Pfister hat das Volk das neue NDG zur richtigen Zeit beschlossen.

Gerhard Pfister (CVP): «Veranstaltungen von Neonazis sind so problematisch wie Aktivitäten von islamistischen Fundamentalisten.» Laut Pfister hat das Volk das neue NDG zur richtigen Zeit beschlossen.

Keystone/Gaetan Bally

Knapp 6000 Neonazis trafen sich letzten Samstag in Unterwasser im Toggenburg zu einer gigantischen Party. Die Tennis- und Eventhalle, in der das Konzert stattfand, hat ein Deutscher namens Matthias Melchner gemietet. Auch das Gastwirtschaftspatent zum Ausschank von Alkohol wurde von ihm beantragt, wie der Gemeindepräsident Rolf Züllig auf Anfrage der «Südostschweiz» bestätigt.

Melcher lebt in Rüti ZH und ist Mitbetreiber eines Tattoo-Studios in Jona. Laut der Antifaschistischen Aktion Bern (Antifa) und mehreren deutschen Szenen-Beobachtern soll der Deutsche Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen haben. Auf der Facebook-Seite des Studios findet man mehrere Fotos von Tattoos mit Neonazi-Symbolik, schreibt die Zeitung.

Pnos soll weiteren Anlass geplant haben

Die Antifa ist zudem überzeugt, dass es nicht beim Anlass vom letzten Wochenende bleiben wird. Bereits kommenden Samstag soll erneut ein Rechtsextremen-Treffen stattfinden: Demnach wird die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) in Rapperswil die Gründung von fünf Sektionen feiern. Die Antifa teilt auf Twitter mit, die rechtsextreme deutsche Band Flak werde beim Anlass auftreten. Welches Rapperswil gemeint ist – jenes in St. Gallen oder jenes in Bern – ist allerdings unklar.

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