Deutscher Bär wird erbarmungslos gejagt
Aktualisiert

Deutscher Bär wird erbarmungslos gejagt

Zehn bis zwölf Jäger sind bereits auf der Suche nach dem zum Abschuss freigegebenen Bären in Oberbayern. Tierschützer protestieren gegen den Entscheid und forderten, dass der Bär stattdessen eingefangen werde.

Der Sprecher des Landratsamtes in Garmisch-Partenkirchen, Wolfgang Olexiuk, sagte am Dienstag dem Fernsehsender N24: «Der Bär ist seit gestern Nachmittag nicht mehr gesichtet worden. Heute Vormittag sind Jäger unterwegs in dem Gebiet, wo er zuletzt aufgetreten ist, und suchen nach Spuren.»

Das Gebiet sei sehr gross und teilweise unwegig. «Teilweise gibt es noch Schneefelder in diesem Gebiet», sagte Olexiuk.

Der am Wochenende von Österreich nach Bayern eingewanderte Braunbär war am Montag wegen Gefahr für den Menschen zum sofortigen Abschuss freigegeben worden. Das Tier war bei Garmisch-Partenkirchen überraschend in einen Hühnerstall eingedrungen und hatte ausserdem mehrere Schafe gerissen.

Streit um Abschussfreigabe

Der Deutsche Alpenverein und der Tierschutzbund Bayern protestierten gegen die erteilte Freigabe zum Abschuss des Tiers. Der Bund Naturschutz in Bayern wertete den Entscheid als «Kapitulation» und forderte, die Behörden sollten zu Betäubungswaffen greifen und den Bären fangen statt ihn zu töten.

Die SPD-Fraktion im Landtag warf dem Minister Hysterie vor. Als «typisch deutsch» kritisierte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, den Entscheid der bayerischen Behörden. «Wir machen uns weltweit lächerlich.»

Vergangene Woche noch wurde das Tier in Bayern willkommen geheissen. Es ist der erste Bräunbar in freier Natur in Deutschland seit 170 Jahren. (dapd)

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