Unsichere Finanzmärkte: Deutscher Bank droht Sparprogramm
Aktualisiert

Unsichere FinanzmärkteDeutscher Bank droht Sparprogramm

Beim grössten Finanzinstitut Deutschlands steht womöglich die nächste Sparrunde bevor. Branchenkenner melden, dass die Bank ein bis zwei Milliarden jährlich einsparen müsse.

Hat wenig zu lachen: Joe Ackermann, Chef der deutschen Bank.

Hat wenig zu lachen: Joe Ackermann, Chef der deutschen Bank.

Muss Joe Ackermann, Schweizer Top-Banker und Chef der Deutschen Bank, bald ein nächstes Sparprogramm verkünden? Falls sich die gesamtwirtschaftliche Lage in den kommenden Monaten verschlechtere, müsste das grösste deutsche Geldinstitut möglicherweise ein bis zwei Milliarden Euro pro Jahr einsparen, berichtete die «Financial Times Deutschland» unter Berufung auf Finanzkreise. Dies könne zum Abbau von Arbeitsplätzen vor allem im Investmentbanking führen.

Offiziell gibt sich die Deutsche Bank von der unsicheren Lage der Finanzmärkte unbeeindruckt. «Wir wollen weiter Marktanteile gewinnen», sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpad. Für das laufende Jahr hat die Bank ein Gewinnziel von zehn Milliarden Euro ausgegeben.

Drei laufende Sparprogramme

Zu dem Zeitungsbericht wollte der Sprecher sich nicht weiter äussern. Derzeit hat die Deutsche Bank drei Sparprogramme aufgelegt: den Abbau komplexer Infrastruktur, die Integration der Postbank und eine engere Verzahnung verschiedener Bereiche im Investmentbanking.

Noch sei aber nicht entschieden, ob es überhaupt zu Einsparungen komme, berichtete die Zeitung weiter. Sollte aber die Lage am Kapitalmarkt weiter fragil bleiben und sich die Konjunkturlage weiter verdüstern, werde im Oktober oder November neu nachgedacht.

Joe will sich nicht mit Sparprogramm verabschieden

Eine Sparrunde sei wegen des anstehenden Machtwechsels bei der Deutschen Bank brisant, schreibt das Blatt. Die designierten Nachfolger von Vorstandschef Josef Ackermann, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, favorisieren laut «FTD» eine Umsetzung möglicher Sparziele möglichst noch unter Ackermanns Ägide. Der sei allerdings kaum gewillt, seine Amtszeit mit einem Sparprogramm zu beenden. (dapd)

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