Zürich sagt Nein: Deutscher darf Parkbusse nicht im Knast absitzen
Aktualisiert

Zürich sagt NeinDeutscher darf Parkbusse nicht im Knast absitzen

Parkbusse zahlen oder einen Tag Knast: Ein Deutscher wollte Letzteres und kam extra wieder nach Zürich – vergeblich. Ins Gefängnis darf nur, wer kein Geld hat.

von
Deborah Sutter
Der 44-jährige Rainer Störk mit dem "Corpus Delicti" gestern vor dem Zürcher Stadtrichteramt.

Der 44-jährige Rainer Störk mit dem "Corpus Delicti" gestern vor dem Zürcher Stadtrichteramt.

17 Minuten Parkzeit überziehen kann einen teuer zu stehen kommen: Dem Deutschen Rainer Störk (44) flatterte deswegen letzte Woche ein Strafbefehl ins Haus. «Die ursprüngliche Busse von 40 Franken habe ich dummerweise verschlampt», erklärt er. Laut Strafbefehl muss er nun 160 Franken bezahlen – tut er dies nicht, tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag.

«Ich sehe nicht ein, weshalb ich plötzlich ein Vielfaches der Busse berappen soll», so Störk. Deshalb sei er aus Deutschland extra nochmals nach Zürich gereist, um 24 Stunden im Knast zu verbringen. Mit seinem Necessaire unter dem Arm machte er sich gestern auf dem Weg zum Stadtrichteramt Zürich.

Kein Wunschkonzert

Doch das Amt machte seinem Plan einen Strich durch die Rechnung: «Das geht nicht, sie können die Strafe nicht absitzen», hiess es. Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch erklärt warum: «Man kann bei einem Strafbefehl nicht wählen zwischen Busse und Haft – diese kommt erst zum Zug, wenn eine Betreibung erfolglos ist, also der Betrag nicht bezahlt werden kann.»

Störk weigert sich derweil weiterhin, die Busse zu bezahlen: «Ich habe Einsprache erhoben – es kann doch nicht sein, dass ich nicht einmal eine Erinnerung bekomme, sondern gleich 160 Franken bezahlen muss.»

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