Landenteignung: Deutscher errichtet eigenen Staat in Obwalden
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LandenteignungDeutscher errichtet eigenen Staat in Obwalden

Ein Deutscher hat einen Quadratmeter Land in Kerns enteignet. Die Regierung nimmts mit Humor.

von
dag
Das markierte Land auf dem Ächerlipass gehört nun dem Staat Arkadien.

Das markierte Land auf dem Ächerlipass gehört nun dem Staat Arkadien.

Der Berliner Konzeptkünstler Peter Kees hat auf dem Ächerlipass bei Kerns ein Stück Land in der Grösse von einem Quadratmeter enteignet. Dem Bundesrat hat Kees in einem Brief mitgeteilt, dass die Schweiz im Land Arkadien keine Staatsgewalt mehr habe.

Kees, der sich als zuständiger Botschafter Arkadiens in der Schweiz bezeichnet, sagt: «Arkadien ist ein Quadratmeter Glück, Zufluchtsort, Freiheit. Es ist ein Gegenentwurf zur Verderbtheit der Zivilisation.» Arkadien sei eine Vision des idealen Landes. Kees ist bekannt dafür, dass er mit gesellschaftskritischen Projekten für Aufsehen sorgt.

Brief soll beantwortet werden

Mit Humor nimmt man die Aktion im Kanton Obwalden auf: «Bald wird der Schnee kommen und die Bodenmarkierungen zudecken. Wenn es Winter ist, wird das Wild die Stangen mitnehmen und damit an geeigneter Stelle einen Slalom ausstecken», sagt Paul Federer, Vorsteher des Bau- und Raumentwicklungsdepartements.

In Bern war Kees' Brief an den Bundesrat gestern noch nicht eingetroffen. «Wenn er da ist, werden wir ihn wie alle anderen auch beantworten», sagt Bundesratssprecher André Simonazzi.

Der Begriff Arkadien taucht in Dichtungen der Antike auf. Später wurde Arkadien in der Literatur und Kunst als irdisches Paradies beschrieben. Ausserdem tragen etwa viele Städte, Dörfer und gar Geschäfte den lateinischen Namen Arcadia.

(dag/sda)

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