Aktualisiert 03.08.2006 17:00

Deutscher in Nigeria entführt

In Nigeria ist ein deutscher Mitarbeiter einer Baufirma entführt worden. Meldungen über eine Lösegeld-Forderung liegen noch keine vor.

Der Mann, der dem Konzern beim Bau von Einrichtungen eines internationalen Ölunternehmens half, sei im Südosten des Landes auf dem Weg zur Arbeit von zehn Männern aus seinem Auto verschleppt worden.

«Das Auswärtige Amt geht Hinweisen nach, nach denen ein deutscher Staatsbürger vermisst wird», sagte eine Sprecherin in Berlin. Die deutsche Botschaft in Abuja und die Aussenstelle Lagos seien eingeschaltet.

Die nigerianische Polizeisprecherin Ireju Barasua erklärte, der Deutsche sei von einer Gruppe Männern in Militäruniformen gestoppt worden. Diese hätten ihn dann aus seinem Auto zu einem Boot gebracht und seien mit ihm davongefahren. Die Behörden leiteten eine Suchaktion ein. Barasua sagte allerdings, in dem Labyrinth aus Flussarmen und Mangrovensümpfen sei es schwierig, den Entführten zu finden.

An der Küste des westafrikanischen Landes sind in den vergangenen Monaten wiederholt ausländische Mitarbeiter von Ölförderanlagen entführt worden. 2005 waren insgesamt sechs Arbeiter zeitweise entführt worden, darunter zwei Deutsche. Auch Bilfinger Berger war betroffen.

Die Entführer wenden sich gegen Umweltzerstörungen und fordern Teilhabe am Gewinn der ausländischen Firmen. In der Vergangenheit verlangten sie auch die Freilassung inhaftierter Kameraden. Die meisten Entführungen konnten unblutig beendet werden. Nigeria ist der grösste afrikanische Ölproduzent. Bilfinger Berger arbeitet nach eigenen Angaben seit 38 Jahren in Nigeria. (dapd)

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