Aktualisiert 03.03.2019 13:58

Verbaler AngriffDeutscher rief zu Gewalt gegen Keller-Sutter auf

Wie jetzt bekannt wird, wurde die damalige Ständeratspräsidentin beschimpft. Mit Folgen für den Täter, einen in der Schweiz lebenden Deutschen.

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Die heutige Bundesrätin Karin Keller-Sutter wurde 2017 Opfer eines Verbal-Angriffs. Der Täter wurde verurteilt.

Die heutige Bundesrätin Karin Keller-Sutter wurde 2017 Opfer eines Verbal-Angriffs. Der Täter wurde verurteilt.

Keystone/Peter Klaunzer
Im Dezember 2018 wurde Keller-Sutter in den Bundesrat gewählt. (5. Dezember 2018)

Im Dezember 2018 wurde Keller-Sutter in den Bundesrat gewählt. (5. Dezember 2018)

Keystone/Peter Schneider
2010 verlor sie noch die Bundesratswahl.

2010 verlor sie noch die Bundesratswahl.

Keystone/Anthony Anex

Wie viele erfolgreiche Politikerinnen muss sich auch Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) regelmässig Kritik anhören, die weit unter die Gürtellinie zielt. Jetzt zeigen Recherchen der «SonntagsZeitung», dass gegen Keller-Sutter im Dezember 2017 eine besonders heftige Attacke erfolgte.

Damals war sie gerade zur Ständeratspräsidentin gewählt worden – in den Medien gab es Kritik an den angeblich hohen Kosten der Feier zu ihren Ehren. Ein 34-jähriger deutscher Staatsbürger, der seit der Kindheit in der Ostschweiz wohnt, las einen solchen Artikel – und geriet darob in Rage. Er schrieb: «Die Schlampe gehört in en indische Bus, ellei, nachts am 3...».

Bedingte Geldstrafe, Busse und Verfahrenskosten

Das Untersuchungsamt Gossau SG hat den freischaffenden Künstler am 22. Mai 2018 für seine Aussage verurteilt. Im Strafbefehl steht: Der Beschuldigte habe damit sagen wollen: Keller-Sutter solle ebenfalls «Gewalt oder ein Übergriff auf ihre sexuelle Integrität widerfahren», schreibt der Staatsanwalt.

Der Deutsche erhielt eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 30 Franken. Ebenfalls eine Busse von 120 Franken und auch die Verfahrenskosten von 600 Franken muss der 34-Jährige selber zahlen.

Der Künstler schiebt die Schuld für den Kommentar auf den Alkohol. Er spricht von einer «Kurzschlusshandlung», da er am Abend zuvor noch im Ausgang war und getrunken hatte. Er sagt: «Ich hatte noch Restalkohol im Blut.»

Mittlerweile bereut er seinen Kommentar auf Facebook. Ausserdem möchte er sich bei Karin Keller-Sutter persönlich entschuldigen. (20 Minuten)

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