Aktualisiert 15.07.2018 19:37

105. Tour de France

Deutscher Sieg nach Sturzfestival

John Degenkolb hat die schwierige 9. Etappe der Tour de France für sich entschieden. Zahlreiche Fahrer sind gestürzt.

von
fal
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Grosse Freude: Omar Fraile jubelt im Ziel nach dem grössten Sieg in seiner Laufbahn. (21. Juli 2018)

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Keystone/Christophe Ena
Ganz oben: Der spanische Astana-Profi nach der 14. Etappe der Tour in Mende.

Ganz oben: Der spanische Astana-Profi nach der 14. Etappe der Tour in Mende.

AFP/Philippe Lopez
Der Brite Geraint Thomas verteidigt souverän sein Leadertrikot.

Der Brite Geraint Thomas verteidigt souverän sein Leadertrikot.

AFP/Jeff Pachoud

John Degenkolb gewann die spektakuläre «Mini-Classiques» von Arras nach Roubaix, die auch über 21,7 Kilometer der gefürchteten Kopfsteinpflaster-Passagen führte, im Sprint einer Dreiergruppe. Souverän siegte der Deutsche, am Vortag bereits Etappendritter, vor dem Gesamtführenden Greg van Avermaet und dessen belgischem Landsmann Yves Lampaert.

Mit dem Triumph in Roubaix ging für Degenkolb eine Leidenszeit zu Ende. 2015 hatte Degenkolb den Frühjahrs-Klassiker Paris - Roubaix gewonnen. Seither fehlten ihm die grossen Siege, zudem musste er nach einem schweren Trainingsunfall im Winter 2016 lange pausieren. Nun feierte er bei seiner sechsten Teilnahme den ersten Etappensieg im Rahmen der Tour de France.

Die Anwärter auf den Gesamtsieg hielten den Schaden im Teilstück, das von unzähligen Stürzen und Defekten geprägt war, in Grenzen – mit zwei Ausnahmen: Der Australier Richie Porte vom Team BMC musste die Tour nach einem Sturz verletzt aufgeben, Rigoberto Uran, der Gesamtzweite des Vorjahrs, verlor rund eineinhalb Minuten auf die weiteren Favoriten.

Die Aufgabe von Porte

Porte stürzte bereits nach zehn Kilometern, lange vor dem ersten Pavé-Abschnitt, und musste mit Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch ins Spital eingeliefert werden. Der Gesamtsieger der Tour de Suisse und Captain von BMC hatte die Tour de France bereits im Vorjahr während der 9. Etappe aufgeben müssen. Damals hatte er sich nach einem schweren Crash in einer Abfahrt einen Becken- und Schlüsselbeinbruch zugezogen.

Porte erwischte es beim Sturzfestival am Schwersten. Aber kaum ein Fahrer kam ohne Problem über die 156 Kilometer. Auch Vorjahressieger Chris Froome musste einmal zu Boden, blieb dabei aber unverletzt. Der Franzose Romain Bardet, im Vorjahr Dritter hinter Froome und Uran, erlitt gleich dreimal einen Defekt, das letzte Mal gut sechs Kilometer vor dem Ziel.

Leader baut die Führung aus

Bardet verlor am Ende nur sieben Sekunden auf das Feld mit den Favoriten, genauso wie der Spanier Mikel Landa. Der Kolumbianer Rigoberto Uran, der rund 30 Kilometer vor dem Ziel gestürzt war, schaffte den Anschluss dagegen nicht mehr.

Aus sämtlichen Problemen heraushalten konnte sich Greg van Avermaet, ein Teamkollege von Porte bei BMC. Der Leader baute mit seinem 2. Rang die Führung in der Gesamtwertung aus. Der Belgier liegt vor der ersten Alpenetappe am Dienstag – am Montag geniessen die Profis einen Ruhetag – 43 Sekunden vor dem Briten Geraint Thomas und 44 Sekunden vor seinem Landsmann Philippe Gilbert.

105. Tour de France. 9. Etappe, Arras - Roubaix (156,5 km): 1. John Degenkolb (GER) 3:24:26. 2. Greg van Avermaet (BEL). 3. Yves Lampaert (BEL), beide gleiche Zeit. 4. Philippe Gilbert (BEL) 0:19 zurück. 5. Peter Sagan (SVK). 6. Jasper Stuyven (BEL). 7. Bob Jungels (LUX), alle gleiche Zeit. 8. André Greipel (GER) 0:27. 9. Edvald Boasson Hagen (NOR). 10. Timothy Dupont (BEL).

11. Alexander Kristoff (NOR). Ferner: 13. Fernando Gaviria (COL). 16. Geraint Thomas (GBR). 18. Alejandro Valverde (ESP). 19. Tom Dumoulin (NED). 22. Chris Froome (GBR). 23. Vincenzo Nibali (ITA). 24. Nairo Quintana (COL), alle gleiche Zeit. 35. Mikel Landa (ESP) 0:34. 36. Romain Bardet (FRA), gleiche Zeit. 59. Rigoberto Uran (COL) 1:55. 70. Stefan Küng (SUI), gleiche Zeit. 81. Silvan Dillier (SUI) 5:47. 83. Michael Schär (SUI). 85. Tejay van Garderen (USA), beide gleiche Zeit. 140. Mathias Frank (SUI) 16:09. - 169 gestartet, 167 klassiert. - Aufgegeben (nach Stürzen): Richie Porte (AUS), José Rojas (ESP). - Nicht gestartet: Tony Martin (GER).

Gesamtklassement: 1. Van Avermaet 36:07:17. 2. Thomas 0:43. 3. Gilbert 0:44. 4. Jungels 0:50. 5. Valverde 1:31. 6. Rafal Majka (POL) 1:32. 7. Jakob Fuglsang (DEN) 1:33. 8. Froome 1:42. 9. Adam Yates (GBR). 10. Landa, beide gleiche Zeit.

Ferner: 12. Nibali 1:48. 13. Primoz Roglic (SLN) 1:57. 15. Dumoulin 2:03. 17. Bardet 2:32. 21. Quintana 2:50. 22. Uran 2:53. 23. Sagan 3:08. 30. van Garderen 6:05. 48. Küng 13:50. 53. Degenkolb 15:44. 69. Frank 21:22. 103. Dillier 29:18. 137. Schär 41:20.

(fal/sda)

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