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Im Urlaub angestecktDeutscher stirbt an den Folgen von Mers

Erster aktueller Todesfall wegen Mers in Deutschland: Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen starb an den Folgen der Krankheit. Er hatte sich im Urlaub in Abu Dhabi infiziert.

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dpa/hal
In Deutschland starb ein Mensch an den Folgen von Mers. In Südkorea (Bild) sind bereits 19 Menschen dem hochansteckenden Virus erlegen.

In Deutschland starb ein Mensch an den Folgen von Mers. In Südkorea (Bild) sind bereits 19 Menschen dem hochansteckenden Virus erlegen.

Monatelang kämpften die Ärzte um das Leben des 65-Jährigen. Zuerst schien es, als habe er den Kampf gewonnen. Doch jetzt ist er tot.

Der Mann aus Nordrhein-Westfalen erlag in der Nacht zum 6. Juni im Krankenhaus im niedersächsischen Ostercappeln einer Folgeerkrankung, die auf das Coronavirus zurückzuführen ist, teilte die Niels-Stensen-Klinik am Dienstag mit.

Offenbar führte ein Organversagen zum Tod des Mannes. Er hatte sich im Februar bei einer Urlaubsreise nach Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) mit dem tödlichen Erreger infiziert.

Drei bestätigte Infektionen in Deutschland

Der Tod kam für die Ärzte überraschend. Nachdem er die Mers-Erkrankung überwunden hatte, war der Patient Mitte Mai von der Isolierstation des Marienhospitals Osnabrück in das Krankenhaus in Ostercappeln verlegt worden. «Wir bedauern den Tod dieses Patienten sehr, unser Mitgefühl gilt den Angehörigen, die auf eine Besserung des Gesundheitszustandes gehofft hatten und nun diesen schweren Verlust verkraften müssen», sagte Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurde das hochansteckende Virus bisher bei drei Patienten in Deutschland nachgewiesen. Zwei Fälle stammen von 2012 und 2013 – einer der beiden Patienten, ein 73-Jähriger, starb in München.

Bereits 19 Tote in Südkorea

Der letzte Fall ist nun jener vom März. Möglicherweise hatte der Mann sich auf einem Tiermarkt mit dem Virus angesteckt. Dromedare und Kamele gelten als Überträger der Krankheit. Mehr als 200 Personen, die mit ihm seither Kontakt hatten, wurde getestet. Alle waren negativ. Hinweise darauf, dass der Mann seinerseits andere Menschen angesteckt hat, gebe es deshalb nicht, so die Klinik.

Alle deutschen Mers-Patienten brachten den Erreger von der Arabischen Halbinsel mit. Weitere importierte Fälle seien jederzeit möglich, warnt das Robert-Koch-Institut. Es hat seine Reisewarnungen angepasst.

Schwere Lungen-Infektion und Nierenversagen

Saudi-Arabien ist weltweit das am stärksten von Mers betroffene Land. Reisende brachten den Erreger auch in die USA und nach Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich und die Türkei mit. Derzeit wütet das Virus vor allem in Südkorea, wo bereits 19 Menschen der Infektionskrankheit erlegen sind. In 154 Fällen wurde die Infektion dort inzwischen bestätigt. Mehr als 5500 Menschen stehen unter Quarantäne.

In Kliniken gab es bereits größere Ausbrüche der Krankheit. Experten gehen davon aus, dass Mers (Middle East Respiratory Syndrome) auch in Deutschland passieren könnte. Das Coronavirus tauchte im Jahr 2012 erstmals auf. Es kann eine schwere Infektion der Atemwege, Lungenentzündung und Nierenversagen verursachen.

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