Aktualisiert 20.08.2015 17:12

Tödliches Gemüse

Deutscher stirbt nach Zucchetti-Verzehr

Selbst gezogene Zucchetti wurden einem deutschen Mann zum Verhängnis: Er starb nach dem Verzehr. Schuld sind die enthaltenen Bitterstoffe.

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Viele Menschen ziehen ihr Gemüse heute selbst. Doch einem Deutschen brachte die Zucchetto aus dem eigenen Garten nun den Tod - er hatte den für den Menschen giftigen Bitterstoff Cucurbitacin enthalten.

Viele Menschen ziehen ihr Gemüse heute selbst. Doch einem Deutschen brachte die Zucchetto aus dem eigenen Garten nun den Tod - er hatte den für den Menschen giftigen Bitterstoff Cucurbitacin enthalten.

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Auch wenn dieser herausgezüchtet wurde: Gesünder als konventionell gezogenes Gemüse aus dem Supermarkt ist das Gemüse aus dem eigenen Garten nur, wenn man ein paar Punkte beachtet.

Auch wenn dieser herausgezüchtet wurde: Gesünder als konventionell gezogenes Gemüse aus dem Supermarkt ist das Gemüse aus dem eigenen Garten nur, wenn man ein paar Punkte beachtet.

Keystone/Alessandro Della Bella
Denn auch sie sind nicht gegen schädliche Substanzen gefeit, wie US-Forscher nachgewiesen haben. Sie konnten zeigen, dass selbst oberirdisch wachsende Gemüsesorten wie Kohl ...

Denn auch sie sind nicht gegen schädliche Substanzen gefeit, wie US-Forscher nachgewiesen haben. Sie konnten zeigen, dass selbst oberirdisch wachsende Gemüsesorten wie Kohl ...

Andrey Armyagov

Gemüse selber anzubauen, ist im Trend. Nicht nur, weil es Freude macht, sondern auch weil Tomaten, Rüebli und Co. dann vermeintlich gesünder sind.

Doch das stimmt nur bedingt. Befindet sich das Beet etwa in der Nähe einer stark befahrenen Strasse, können die selbst gezüchteten Nahrungsmittel mit Schwermetallen wie Blei, Cadmium oder Quecksilber belastet sein. Besonders aufpassen sollte man bei unterirdisch wachsendem Gemüse, wie Forscher der Kansas State University im «Journal of Environment Quality» schreiben. Denn in diesen reichern sich die Schadstoffe besonders gut an.

Todesursache: Organversagen

Dass noch andere Gefahren drohen, zeigt ein Fall aus Deutschland. Dort starb ein Mann an Organversagen, nachdem er einen Auflauf mit selbstgezogenen Zucchetti gegessen hatte, wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) mitteilt.

So weit hätte es nicht kommen müssen. Denn der Verstorbene hatte die Warnzeichen eigentlich mitbekommen: Das Essen habe «furchtbar bitter geschmeckt», berichtete er den behandelnden Ärzten im Klinikum Heidenheim. Trotzdem habe er seine Portion aufgegessen.

Bitterer Geschmack ist ein Warnhinweis

Diese Tapferkeit hat ihn das Leben gekostet. Denn wenn Zucchetti, Gurken und Kürbis bitter schmecken, sollte man besser die Finger davon lassen, wie die DPA das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart zitiert: «Das Gemüse könnte dann die giftige Substanz Cucurbitacin enthalten.»

Dieser für den Menschen gefährliche Bitterstoff war ursprünglich in allen Kürbisgewächsen enthalten, ist jedoch unter anderem aus Gurken und Zucchetti herausgezüchtet worden. Allerdings kann er aufgrund von Rückmutationen und -kreuzungen wieder auftauchen. Isst man von den betroffenen Pflanzen, gelangt Cucurbitacin in den Magen-Darm-Trakt, wo es nach und nach die Schleimhaut zersetzt und so im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

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