Portugal: Deutscher tötete zwei Männer, «weil er keine Nachbarn haben wollte»

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PortugalDeutscher tötete zwei Männer, «weil er keine Nachbarn haben wollte»

Er lebte isoliert, die Menschen der Ortschaft Campo Raso auf den Azoren fürchteten sich vor ihm. Als zwei Männer ein Grundstück in der Nähe seines Hauses besuchten, fühlte sich ein 60 Jahre alter Deutscher wohl bedroht.

von
Karin Leuthold
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Ein abgelegenes Haus in der Gemeinde Madalena auf der Insel Pico, der zweitgrössten Insel der Azoren.

Ein abgelegenes Haus in der Gemeinde Madalena auf der Insel Pico, der zweitgrössten Insel der Azoren.

Screenshot CNN Portugal
Ein 60 Jahre alter Deutscher soll zwei Männer getötet haben, die ein angrenzendes Grundstück besichtigten, das zum Verkauf stand.

Ein 60 Jahre alter Deutscher soll zwei Männer getötet haben, die ein angrenzendes Grundstück besichtigten, das zum Verkauf stand.

Screenshot Correio da Manhã
Einer der Vermissten ist der 65-jährige Mário Coucelos.

Einer der Vermissten ist der 65-jährige Mário Coucelos.

Facebook / Olivier Coucelos

Darum gehts

  • Ein Deutscher ist in Portugal wegen des Verdachts des zweifachen Mordes festgenommen worden.

  • Der Mann lebte in einem abgelegenen Ort. 

  • Am 10. September besuchten zwei Männer ein angrenzendes Grundstück – und verschwanden spurlos.

Der Fall macht Schlagzeilen in Portugal: «Deutscher tötet zwei Männer, weil er keine Nachbarn haben wollte», titelte die Zeitung «Correio da Manhã» am Mittwoch. Der Sender «CNN Portugal» schreibt: «Er lebte isoliert und war im Ort gefürchtet». Nach Angaben der portugiesischen Justiz befindet sich ein 60 Jahre alter Deutscher auf den Azoren in Untersuchungshaft. Er wird verdächtigt, den 65-jährigen Mário Coucelos und den 74-jährigen Mário Sobral getötet zu haben.

Die beiden Portugiesen waren am 10. September spurlos verschwunden. Coucelos und Sobral waren gute Freunde, lebten im Ruhestand, galten aber immer als unternehmungslustig. Am Tag ihres Verschwindens waren die beiden nach Campo Raso auf die Insel Pico gefahren, um sich ein Grundstück anzusehen, das zum Verkauf steht. Die Männer kamen von ihrer Erkundungsreise nicht zurück, erst zwei Tage später konnte die Polizei Coucelos' Land Rover finden, mit dem die beiden Männer unterwegs waren. Er stand unweit des besuchten Grundstücks.

Polizei sucht die Leichen der Vermissten immer noch

Die Polizei nahm die Ermittlungen auf - ganz in der Nähe des Grundstücks wohnt einzig der inzwischen verdächtige Deutsche mit seiner Frau. Forensiker und Forensikerinnen stellten laut CNN Portugal DNA-Spuren des Verdächtigen beim mutmasslichen Tatort fest. Bei einer späteren Durchsuchung im Haus des Deutschen entdeckten die Ermittler und Ermittlerinnen ein riesiges Waffenarsenal: zwei registrierte Schusswaffen, «aber auch verschiedene illegal gehaltene Waffen», wie Messer und sogar einen Schalldämpfer.

Wie portugiesische Medien berichten, sei der Deutsche in der Gemeinde Madalena bekannt für «seinen schlechten Charakter». Er soll nie mit Einheimischen gesprochen haben, er sei «gewalttätig», und man habe sich vor ihm gefürchtet, sagte eine Anwohnerin. Sein Haus liegt sehr abgelegen, an dem hohen Zaun installierte er Überwachungskameras. 

Bereits in der Vergangenheit habe der Mann potenzielle Käufer von Grundstücken in der Nähe seines Hauses bedroht, «weil er keine Nachbarn haben wollte», schreibt «Correio da Manhã». Die Polizei sucht die Leichen von Mário Coucelos und Mário Sobral immer noch. Die Behörden vermuten, dass der Täter sie vergraben oder ins Meer geworfen haben könnte. Der Deutsche ist nicht geständig.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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