Aktualisiert 18.05.2008 12:50

Deutscher überlebte China-Beben auf Brücke

Der fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben in China entdeckte Deutsche hat die Katastrophe auf einer Brücke überlebt.

Der Tourist und Bergsteiger sagte am Sonntag in einem ntv-Telefon-Interview, er sei am Pfingstmontag mit Begleitern in einem Jeep über eine Brücke in einem engen Bergtal, rund 200 Kilometer nordwestlich von Chengdu, gefahren. Da sie sahen, wie plötzlich Steine die Berge runterrollten, hätten sie am Ende der Brücke angehalten.

«Die ganze Gegend hat gewackelt. Es kamen riesige Felsblöcke auf die Strasse hinunter», sagte Bogdan Drakus. Ihm sei schnell klar geworden, dass es ein Erdbeben und kein Felsschlag gewesen sei. Die Brücke sei verschont geblieben.

Als sich die Staubwolke nach 20 Minuten gelichtet habe, hätten sie ganz in der Nähe Häuser entdeckt und seien zu Fuss dort hingegangen. «Das war der sicherste Platz überhaupt in der Gegend.» Dies habe sich bei den vielen Nachbeben herausgestellt.

In dem Dorf habe es eine kleine Silizium-Fabrik gegeben, die durch das Beben praktisch zerstört worden sei, erklärte Drakus. Die Bewohner hätten ihn mit Essen versorgt. «Sie haben uns sehr, sehr geholfen.» Im Gegenzug hätten er und seine Begleiter bei der Versorgung der vielen Verletzten geholfen.

«Immer wieder hat die Erde gebebt», berichtete der Mann. Nach drei Tagen seien chinesische Soldaten zu Fuss über die Berge gekommen. Über diesen Weg seien er und seine Begleiter schliesslich auch aus dem Dorf wieder rausgekommen.

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hatte am Samstag zunächst gemeldet, der Deutsche sei nach 114 Stunden aus Trümmern befreit worden. Später hiess es dann, der Mann sei in dem Dorf nur eingeschlossen gewesen. Soldaten hätten ihn schliesslich mit nach Chengdu genommen. (dapd)

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