WM-Tor-Rabatt: Deutsches 7:1 stürzt Gartencenter ins Elend
Aktualisiert

WM-Tor-RabattDeutsches 7:1 stürzt Gartencenter ins Elend

Ganz Deutschland ist nach dem historischen Sieg im WM-Halbfinal gegen Brasilien im Freudentaumel. Ganz Deutschland? Einem ist nach dem 7:1-Erfolg das Lachen ziemlich vergangen.

von
bee
Mit diesem Inserat machte das Gartencenter für die WM-Aktion Werbung.

Mit diesem Inserat machte das Gartencenter für die WM-Aktion Werbung.

Stephan Ringk dürfte sich nach den ersten 30 Spielminuten im WM-Halbfinal-Knüller Brasilien gegen Deutschland verdutzt die Augen gerieben haben. Gerade hatte Khedira für die Deutschen gegen die völlig neben den Schuhen stehenden Brasilianer das fünfte Tor geschossen, dem bis zu Spielende noch zwei weitere folgen sollten. Für den Geschäftsführer des Gartencenter Ringk bedeutete dies ein finanzielles Fiasko, denn die sieben Tore kommen ihn teuer zu stehen.

In Zeitungsinseraten hatte er seinen Kunden versprochen, pro Tor, das die Deutschen schiessen, ohne Beschränkung einen Rabatt von zehn Prozent zu gewähren. Eine Ermässigung von satten 70 Prozent nach dem historischen 7:1-Sieg des deutschen Teams gegen Brasilien.

Zwei Stunden Wartezeit an den Kassen

Dies führte am Mittwoch zu einem gewaltigen Ansturm auf das Gartencenter im nordrhein-westfälischen Brakel. Niemand wollte sich dieses Schnäppchen entgehen lassen. Manche Kunden nutzten den Preisnachlass für einen Grosseinkauf.

Rund um das Center herrschte Chaos, auf den Strassen stauten sich die Autos. Wie das «Westfalen-Blatt» schreibt, betrug die Wartezeit vor den Kassen des Geschäfts mehr als zwei Stunden. Parkplätze waren nicht mehr zu bekommen. Einkaufswagen wechselten für Höchstgebote ihre Besitzer.

Jetzt herrscht im Gartencenter eine Stimmung zum Trübsalblasen. Geschäftsführer Ringk, der, anders als andere Anbieter von WM-Rabatt-Aktionen, keine Beschränkungen im Kleingedruckten deklariert hatte, bereitet der 7:1-Erfolg schlaflose Nächte. «Vielleicht hätten wir eine Obergrenze für den Rabatt angeben sollen. Aber mit einem solchen Resultat konnte man einfach nicht rechnen», sagte er der Zeitung.

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