Deutsches AKW brennt noch
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Deutsches AKW brennt noch

Auch am Morgen nach dem Kurzschluss in einem Transformator des schleswig-holsteinischen Atomkraftwerks Krümmel war das Feuer heute noch nicht vollständig gelöscht.

«Es brennt immer noch im Trafo selbst», sagte der Sprecher der Betreibergesellschaft Vattenfall, Ivo Banek. Er gehe davon aus, dass die Löscharbeiten noch den ganzen Tag andauern.

Die Werksfeuerwehr hat demnach die Löscharbeiten übernommen. Sie sei mit einem Dutzend Kräften im Einsatz, komme aber nur langsam vorwärts, sagte Banek. Sie könne nur sparsam Wasser einsetzen, da immer noch Öl in dem Trafo sei. Damit dies nicht in die Kanalisation gelange, müsse alles abgepumpt werden.

Auch die Frage nach der Ursache für den Brand war zunächst noch offen. Banek rechnete damit, dass die Gutachter erst in den kommenden Tagen die Untersuchungen des Trafos aufnehmen können. «Derzeit haben wir hier noch Temperaturen von mehreren hundert Grad», erklärte der Sprecher.

Als gesichert galt nach Angaben des Vattenfall-Sprechers, dass ein Kurzschluss in einer Schaltanlage des Stromnetzbetreibers E.ON am Donnerstag zunächst zur Abschaltung des Kraftwerkes Brunsbüttel geführt hat. Alles Weitere sei noch Spekulation. «Es wäre möglich, dass die Abschaltung von Brunsbüttel dann zu einem Spannungswechsel geführt hat», sagte Banek. Der wiederum könnte dann zu einem Kurzschluss in Krümmel geführt haben. «Der hat wohl einen Funken ausgelöst, der das Öl, das in dem Trafo zur Kühlung verwendet wird, in Brand gesetzt hat», vermutete der Vattenfall-Sprecher.

Die derzeitige Diskussion um den Atomausstieg wies Banek als ungerechtfertigt zurück: «Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen den Fällen und dieser Diskussion.» In beiden Fällen hätten alle Sicherheitsmassnahmen gegriffen. Es habe zu keiner Zeit die Gefahr bestanden, dass Radioaktivität austritt.

Nach einem Brand und einem Netzproblem waren die Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel am Donnerstag per Schnellabschaltung heruntergefahren worden. Radioaktive Strahlung wurde bei den beiden Störfällen nicht frei, wie das zuständige Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein mitteilte. Die Zwischenfälle liessen gleichwohl die Diskussion um die Sicherheit der Atomenergie neu aufflammen. (dapd)

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