Aktualisiert 23.08.2005 07:03

Deutsches Staatsdefizit: 39 Milliarden Euro

Das deutsche Staatsdefizit hat sich im ersten Halbjahr 2005 verringert. In den Kassen von Bund, Ländern, Gemeinden und der Sozialversicherung klaffte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein Loch von 39 Mrd. Euro.

Das waren 4 Mrd. Euro weniger als im ersten Halbjahr 2004, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Grund dafür war laut Bundesamt, dass die Einnahmen stärker stiegen als die Ausgaben. Die Defizitquote gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) verbesserte sich damit von 4,0 auf 3,6 Prozent.

Die Statistiker warnten vor voreiligen Rückschlüssen von der Halbjahreszahl auf die Quote im Gesamtjahr. Deutschland hatte 2004 mit einem Defizit von 3,7 Prozent zum dritten Mal in Folge die Grenze des Euro-Stabilitäts- und Wachstumspaktes von 3,0 Prozent verletzt. Die EU-Kommission hatte Deutschland bereits Mitte Juli verwarnt.

Bundesfinanzminister Hans Eichel rechnet damit, dass Deutschland noch in diesem und in den kommenden beiden Jahren die Stabilitäts- Marke reissen wird. Eichel erwartet dieses Jahr ein Haushaltsdefizit von 3,7 Prozent, kommendes Jahr von 3,4 und im Jahr 2007 von 3,1 Prozent. Die EU-Kommission will im September über das weitere Vorgehen gegen Deutschland entscheiden.

(dapd)

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