Start-up Nomoo will mit Vegan-Glace den Schweizer Markt erobern
Publiziert

Kokosnuss- statt KuhmilchDeutsches Vegan-Glace will den Schweizer Markt erobern

Das Jungunternehmen Nomoo aus Köln will die Nummer eins für pflanzliche Glace werden und verkauft seine Produkte neu bei Alnatura und Globus. Schweizer Hersteller schauen der Konkurrenz gelassen entgegen.

von
Janine Gloor
1 / 9
Das Gründerteam hat das Rezept für die Glace selber entwickelt. Folgende Sorten sind momentan erhältlich:

Das Gründerteam hat das Rezept für die Glace selber entwickelt. Folgende Sorten sind momentan erhältlich:

Nomoo
Bei Globus gibt es Vanille und Kakao im 500ml-Becher für 13 Franken und…

Bei Globus gibt es Vanille und Kakao im 500ml-Becher für 13 Franken und…

© Peter Rees
… Cassis,  Banane-Schokolade, Himbeere, Kakao, Ingwer-Zitrone, Mango, Vanille im 120ml-Becher für 5 Franken.

… Cassis, Banane-Schokolade, Himbeere, Kakao, Ingwer-Zitrone, Mango, Vanille im 120ml-Becher für 5 Franken.

Nomoo

Darum gehts

  • Die deutsche Glace-Marke Nomoo will den Schweizer Markt aufmischen.

  • Die Sorten sind alle vegan.

  • Das Gründerteam will auch Nicht-Veganer ansprechen.

Langsam steigen die Temperaturen und bei Alnatura und Globus wartet seit Anfang April etwas Neues zur Abkühlung: Die Geschäfte haben im April die deutsche Glace-Marke Nomoo eingeführt. Nomoo ist vegan, der Name heisst übersetzt «kein Muh», es hat also keine Kuhmilch drin.

Das Gründerteam von Nomoo stammt aus Köln. Rebecca Göckel (24) und Jan Grabow (25) kennen sich vom Studium an der Uni. Nachdem Grabow den Dok-Film Cowspiracy gesehen hatte, war er schockiert darüber, wie stark die Umwelt unter der Produktion von tierischen Produkten leidet.

Kokosnussmilch aus Sri Lanka ist umweltfreundlicher als Kuhmilch

«Mit unserem Unternehmen wollten wir ein rein pflanzliches Lebensmittel produzieren, das es den Menschen einfach machen soll, sich nachhaltig zu ernähren», sagt Grabow. Herausgekommen ist die vegane Nomoo-Glace aus biologischen und natürlichen Zutaten.

In der Bildergalerie siehst du, welche Sorten Nomoo in der Schweiz anbietet.

Statt Kuhmilch ist in Nomoo Kokosnussmilch drin. Das klingt exotisch, ist aber trotzdem umweltfreundlicher: «Ein Liter unserer Kokosnussmilch verursacht nur ein Drittel der CO₂-Emissionen von einem Liter Kuhmilch, trotz des Transports aus Sri Lanka», erklärt Jan Grabow.

Kühlsendung aus dem Onlineshop

Glace mit der Post geliefert

Die Glace-Sorten von Nomoo gibt es nicht nur in den Läden zu kaufen, man kann sie auch online bestellen. Damit das Eis nicht schmilzt, wird es mit einer speziellen Verpackung und Trockeneis für bis zu zwei Tage gekühlt. Geliefert wird die Glace mit der Post. «Wenn die Zustellung am Tag nach der Bestellung nicht klappen sollte, ist das Eis auch beim nächsten Versuch einen Tag später noch gekühlt», sagt Jan Grabow. Nomoo soll bald auch beim Schnell-Lieferdienst Stash erhältlich sein.

Die Schweiz haben sich die Nomoo-Gründer nicht zufällig ausgesucht: In der Schweiz habe es prozentual mehr Veganer und Vegetarier als in Deutschland, sagt Göckel. Zudem würden die Schweizer mehr Geld für Eis ausgeben als in Deutschland.

Dabei soll das Nomoo-Eis keinesfalls nur für Veganerinnen und Veganer sein. «Es soll jeden ansprechen», sagt Göckel. Sie selber bezeichnet sich als Flexitarierin. Grabow ernährt sich mittlerweile ganz vegan: «Wir wissen selber, wie schwierig es ist, seine Ernährungsgewohnheiten umzustellen», sagt er.

Das Ziel der Nomoo-Gründer war es, den Geschmack und die Konsistenz möglichst ähnlich wie die eines Milch-Glaces zu gestalten. In der Anfangszeit haben sie dafür nachts Glace produziert und die Eisbecher am Tag ausgeliefert. Im ersten Jahr waren es 1000 Becher, 2017 schon 10’000. Daneben haben sie studiert und gearbeitet.

Mittlerweile hat Nomoo knapp 30 Angestellte und ist in Deutschland und Österreich bei verschiedenen Supermärkten und Lieferdiensten erhältlich. Nun wollen Glöckel und Grabow mit ihrer veganen Glace den Schweizer Markt erobern. «Letztes Jahr haben wir insgesamt 500’000 Becher Eis verkauft», sagt Grabow. Dieses Jahr wollen sie an die Ein-Million-Marke herankommen.

Verstärkte Nachfrage nach veganen Produkten

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigen Alnatura und Globus die verstärkte Nachfrage nach veganen Produkten. «Wir möchten alle Kundinnen und Kunden mit dieser Glace ansprechen», sagt eine Sprecherin von Globus. Bei Alnatura heisst es, die Glace von Nomoo sei ein interessantes Produkt, das den Geschmack der Kundinnen und Kunden treffe.

In den Alnatura-Läden wird mit der Marke The Green Fairy bereits eine vegane Glace aus Schweizer Produktion verkauft. Für die Gründerin Sonja Dänzer ist Nomoo aber keine Bedrohung. «Es ist eine gute Ergänzung für das vegane Bio-Sortiment», sagt sie. The Green Fairy stelle mit Sorten wie Pistache, Salted Caramel und Coffee Crunch die beliebtesten Rahm-Glace-Sorten der Schweiz als vegane Variante her.

Bei Globus gibt es den 500ml-Becher für 13 Franken, die 120ml-Variante für 5 Franken. Bei Alnatura kostet der grosse Becher 11.70 Franken und der kleine 4.20 Franken.

Mehr Auswahl macht vegane Glace für alle interessant

Und für die vegane Glace gibt es auch immer mehr Abnehmerinnen und Abnehmer. «Es ist in der Tat so, dass der Anteil an Menschen, die sich zumindest zeitweise vegan ernähren, zunimmt», sagt Christine Brombach, Ernährungsexpertin und Professorin an der ZHAW. Wie viele die Ernährung dauerhaft umstellen, sei jedoch unbekannt.

Die cremige vegane Glace, die anders als Sorbets eine Alternative zu den Rahm-Glaces sein soll, findet Brombach spannend. Sie glaubt, dass die veganen Eissorten auch Nicht-Veganer ansprechen. «Und wenn ein Glace schmeckt, dann ist es für alle interessant, nicht nur für Veganer.» Bisher habe es einfach kein flächendeckendes Angebot gegeben.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

435 Kommentare