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Deutschland: 50 000 Schweine müssen sterben

Nach dem neuen Ausbruch der Schweinepest in Nordrhein-Westfalen bereitet sich der Landkreis Borken auf die Tötung von rund 50 000 Schweinen vor.

Man rechne damit, dass man am Dienstag mit der Keulung beginnen werde, sagte eine Sprecherin des Kreises am Montag. Eine entsprechende Anordnung hatte die EU-Kommission bereits am vergangenen Freitag angekündigt, diese müsse nun noch in nationales Recht umgesetzt werden. Betroffen sind alle Schweine in einem Sperrgebiet von drei Kilometern um den betroffenen Hof bei Raesfeld.

Unterdessen begann am Montag die Tötung weiterer 2200 Mastschweine aus zwei Betrieben, wie der Landkreis berichtete. Die beiden Mastbetriebe in Borken und Raesfeld hätten Kontakt zu einem Züchter gehabt, dessen Bestände am Freitag wegen der Schweinepest gekeult wurden.

Für die Keulung und unschädliche Beseitigung der 50 000 Schweine werde der Kreis verstärkte Amtshilfe von Veterinärbehörden aus ganz Nordrhein-Westfalen erhalten, hiess es. Bereits jetzt seien Tierärzte anderer Kreise im Einsatz.

Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte die angekündigte Keulungsaktion und forderte stattdessen die Zulassung von Impfungen. «Massenkeulungen sind Seuchenbekämpfungsmassnehmen von vorgestern», sagte Tierschutzbund-Präsident Wolfgang Apel. Gerade im Fall der Schweinepest stünden Markerimpfstoffe zur Verfügung, mit denen Schweine im Umkreis eines Seuchenherds wirkungsvoll geschützt werden könnten. Geimpfte und infizierte Tiere könnten sicher voneinander unterschieden werden.

Der Verdacht auf Schweinepest in einem Hof bei Raesfeld hatte sich am Freitag bestätigt. 4300 Tiere auf dem betroffenen Hof und einem Nachbargehöft waren noch am selben Tag, weitere 2800 Tiere aus Beständen im engeren Umkreis am Wochenende gekeult worden. Nach dem Schweinepestausbruch Anfang März in den Kreisen Recklinghausen und Borken sind insgesamt schon mehr als 30 000 Schweine gekeult worden. (dapd)

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