Deutschland: Betreuer missbrauchte Kinder hundertfach
Aktualisiert

Deutschland: Betreuer missbrauchte Kinder hundertfach

Ein 41 Jahre alter Kinderbetreuer hat am Donnerstag vor dem Frankfurter Landgericht den hundertfachen sexuellen Missbrauch mehrerer Jungen und eines Mädchens gestanden.

Er räumte ein, über mehrere Jahre hinweg sieben Jungen und ein Mädchen mehrfach missbraucht zu haben. Zum Auftakt des Prozesses, bei dem sich der Mann wegen Missbrauchs in 73 Fällen verantworten muss, sprach der 41-Jährige von mehr als 400 Fällen.

Der Angeklagte hatte zwischen 1985 und 2004 als professioneller Babysitter unter anderem im Auftrag des Kieler Kinderschutzbundes Jungen und Mädchen beaufsichtigt. Dabei soll er sich an mindestens acht Babys und Kindern im Alter von bis zu fünf Jahren vergangen haben.

Aufgeflogen war der Missbrauch dadurch, dass der Mutter eines Vierjährigen im Sommer vergangenen Jahres Verletzungen an den Genitalien ihres Sohnes aufgefallen waren. Sie alarmierte daraufhin die Polizei. In der Folge setzte die Frankfurter Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren in Gang.

Der Angeklagte, der nach eigenen Angaben zwischen 1996 und 2000 freiwillig mehrere Therapien machte, dann aber abbrach, hatte bereits im Vorfeld des Prozesses bei Vernehmungen Reue gezeigt. «Was ich gemacht habe, ist seelischer Mord für die Kinder. Ich habe mich in ihr Vertrauen geschlichen und sie schamlos ausgenutzt», wurde er zitiert. Er habe vor allem die Taten gestanden, um den Opfern eine Aussage zu ersparen.

Ein vom Gericht angefordertes forensisches Gutachten bewertete den 41-Jährigen als «Hangtäter» mit einem sehr hohen Rückfallrisiko, der sein Leben so gestaltet habe, dass ihm jederzeit ein Zugriff auf Kinder möglich gewesen sei. Die Therapiebereitschaft des 41-Jährigen wurde als reines Lippenbekenntnis bezeichnet. Nach Einschätzung des Gutachters sind die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung damit erfüllt.

Schon in einem im Auftrag der Staatsanwaltschaft angefertigten Gutachten war der 41-Jährige als nicht mehr therapierbar und gemeingefährlich bewertet worden. Daher wird es nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft in dem Prozess auch um die Frage gehen, ob für ihn Sicherungsverwahrung angeordnet wird. Das Urteil wird in der kommenden Woche erwartet.

(dapd)

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