Aktualisiert 04.01.2013 07:58

Aufatmen?

Deutschland feiert weiter – bis 2014

Die umstrittene GEMA-Tarifreform für Clubs tritt erst 2014 in Kraft. Doch auch die Kompromisslösung trifft das deutsche Nachtleben hart.

von
Anne-Sophie Keller

Nicht nur hierzulande, sondern in Deutschland rumort es in der Clubszene gewaltig: Laut dem Branchen-Netzwerk «Clubcommission» sollte die jährliche GEMA-Gebühr ab diesem Jahr für einen mittelgrossen Club von 28'000 auf 174'000 Euro im Jahr steigen. Aufgrund dieser Tarifreform drohte etlichen deutschen Clubs das Aus. Nun wurde ein Kompromiss gefunden.

Im April gehts weiter

Die Bundesvereinigung der Musikveranstalter hat sich mit der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) darauf geeinigt, die Tarifreform auf 2014 zu verschieben. Im Gegenzug wird schon dieses Jahr ein Zuschlag von zehn Prozent für Club- und Barbetreiber fällig. Ein endgültiger Schiedsspruch ist erst im April zu erwarten.

Die Veranstalter, die bis anhin um ihre Existenz bangten, können also zumindest für ein Jahr aufatmen. Auch das Wegfallen des «Laptop-Zuschlag» dürfte für die betroffenen Einrichtungen eine Entlastung sein. Die Gebühr hätte entrichtet werden müssen, wäre mittels Computer oder selbstgebrannten CDs Musik gespielt worden.

Das Schweizer Pendant

Letzten Sommer protestieren mehr als 5000 Berliner Club-Betreiber in Prenzlauer Berg gegen die geplante Tarifreform (siehe Video unten). Der Streit um die GEMA-Gebühren ist vergleichbar mit der aktuellen Thematik um die SUISA (Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik) in der Schweiz. Hierzulande geht es darum, die Tarife der Partys denen der Konzerte anzupassen. Immerhin spiele auch im Club die Musik die zentrale Rolle.

So sahen die GEMA-Proteste aus:

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