Deutschland geht nicht an Olympia-Eröffnung

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Deutschland geht nicht an Olympia-Eröffnung

Deutschlands politische Führung nimmt nicht teil an der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking. Sie will ihr Fernbleiben aber im Gegensatz zu Polen, Tschechien oder Estland nicht als Boykott oder Protest verstanden wissen.

Die Entscheidung sei kein Protest gegen das Vorgehen chinesischer Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in Tibet. Dies sagte Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Rande des EU- Treffens im slowenischen Brdo. Eine Teilnahme sei nicht geplant gewesen. «Insofern gibt es nichts abzusagen», sagte Steinmeier.

Bundeskanzlerin Angela Merkel habe lange vor den Ereignissen in Tibet entschieden, nicht nach Peking zu reisen, ergänzte ein Sprecher in Berlin. Merkel habe auch deutlich gemacht, «dass sie von Boykott nichts hält».

Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler besucht nach Angaben eines Regierungssprechers die anschliessenden Paralympics der Behinderten. Der für den Sport zuständige Innenminister Wolfgang Schäuble will erst nach Eröffnung der Spiele die Wettkämpfe beobachten.

Briten und Schweden gehen

Für Grossbritannien als Ausrichter der Spiele 2012 wird dagegen Premierminister Gordon Brown an der Eröffnung dabei sein, Schweden schickt seinen Sportminister. Frankreich als künftige EU- Ratspräsidentschaft liess eine Teilnahme weiterhin offen.

Die Schweizer Landesregierung wird an einer der nächsten Sitzungen die Tibet-Frage und die Teilnahme an der Eröffnungsfrage erörtern. Dies war von Seiten des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Donnerstagabend zu erfahren.

(sda)

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