Deutschland gewinnt Prestige-Duell in England
Aktualisiert

Deutschland gewinnt Prestige-Duell in England

Die deutsche Fussball-Nationalmannschaft hat England die erste Niederlage im neuen Wembley-Stadion beschert. Das stark ersatzgeschwächte Team von Bundestrainer Joachim Löw gewann am Mittwochabend in London mit 2:1 (2:1) und feierte den 12. Sieg im 30. Prestige-Duell gegen die Engländer.

Vor 86'133 Zuschauern, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, wandelten die Schalker Kevin Kuranyi (26.) und Debütant Christian Pander (40.) die frühe Führung der Gastgeber durch Frank Lampard (9.) in einen Sieg um.

Deutschlands B-Team siegt im neuen Wembley

Zwei Schalker Tore bescherten Joachim Löws letztem Aufgebot einen 2:1-Prestige-Sieg gegen England im neuen Wembley. Ein junges, unerfahrenes deutsches Team hat in London eine Reifeprüfung bestanden und die deutsche Erfolgsserie in England verlängert.

Besser hätte England im neuen Wembley mit einem Fassungsvermögen für 90 000 Zuschauern allerdings nicht beginnen können. Das ersatzgeschwächte Deutschland, dem elf Akteure fehlten, war noch gar nicht im Bilde, als Chelseas Frank Lampard Arsenals Jens Lehmann in der kurzen Ecke mit einem haltbaren Schuss aus spitzem Winkel erwischte. Verteidiger Richards hatte Pander zuvor düpiert. Aus dem Nichts und dank eines Geschenks von Torhüter Robinson gelangte Deutschland zum Ausgleich. Eine Flanke von Bernd Schneider unterschätzte der Keeper von Tottenham, Schalkes Goalgetter Kevin Kuranyi profitierte. Angekurbelt vom überragenden Philipp Lahm, der im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr die meisten Ballkontakte hatte und zahlreiche Zweikämpfe gewann, fand die unerfahrene deutsche «Rasselbande» ins Spiel. Und nach 40 Minuten lagen sich die Deutschen erneut in den Armen. Gegen Christian Panders platziertes Geschoss aus 22 m war Robinson diesmal machtlos. Auch das zweite Tor der Deutschen markierte ein «Knappe».

Nach der Pause erhöhten die Engländer, die in David James einen neuen Torhüter einsetzten, den Druck. Deutsche Angriffe hatten Seltenheitswert. Auch Roberto Hilbert, der für Odonkor ins Spiel kam, sorgte kaum für Entlastung. In der 66. Minute hatten die Gäste grosses Glück, als Kieron Dyer nach einem Pass des blass wirkenden Superstar David Beckham aus kurzer Distanz das Tor nur um Zentimeter verfehlte. In der 77. Minute klärte Lahm einen Kopfball von Englands Captain John Terry auf der eigenen Torlinie.

Beste Spieler im deutschen Team waren der umsichtige und zweikampfstarke Lahm sowie Hitzlsperger und Pander. Bei den Gastgebern ragten Richards und Lampard heraus.

Weltmeister Italien mit Niederlage

Vor dem Endspurt in der EM-Qualifikation unterzogen sich die meisten europäischen Nationalmannschaften einem letzten Test. Weltmeister Italien unterlag in Ungarn 1:3; Frankreich, am 8. September beim WM-Finalgegner zu Gast, gewann in der Slowakei 1:0.

Ein schnell ausgeführter Freistoss von Thierry Henry führte kurz vor der Halbzeit zum entscheidenden 1:0 der Franzosen in der Slowakei. Für Henry war es der 40. Länderspiel-Treffer, womit er bis auf ein Tor an die Rekordmarke von Michel Platini herankam. Italien ging in Ungarn vier Minuten nach dem Seitenwechsel durch Antonio Di Natale in Führung, kassierte dann aber zwischen der 60. und 76. Minute noch drei Treffer.

Acht Tore fielen im Duell zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien (3:5). Für die Bosnier erzielte Zlatan Muslimovic, der bei Atalanta Bergamo unter Vertrag steht, alle Tore. Kroatien spielte 70 Minuten lang mit dem Ex-Basler Mladen Petric; Ivan Rakitic kam nicht zum Einsatz. Vor der Partie war es in Sarajevo zu Ausschreitungen gekommen, vier kroatische Fans wurden verletzt. Auch in Saloniki stand nicht nur der Fussball im Vordergrund: Weil Spanien über den Zustand des Rasens empört war, drohte es sogar mit der Abreise. Das Spiel fand schliesslich statt. Spanien gewann 3:2 durch einen Treffer in der Nachspielzeit von Valencias David Silva.

Argentinien in Oslo geschlagen

Der grossgewachsene Stürmer John Carew war in Oslo für Norwegen gegen Argentinien die grosse Figur. Schon in der Startviertelstunde traf der England-Legionär mittels Penalty, und nach einer knappen Stunde sorgte er mit seinem zweiten Treffer für die Vorentscheidung. Argentinien, die Nummer 2 der FIFA-Rangliste, gelang durch Maxi Rodriguez nur noch der Anschlusstreffer. Für ein Ausrufezeichen sorgte auch Irland, das in Dänemark dank Doubletten von Robbie Keane und Shane Long 4:0 gewann.

Brasilien, vor wenigen Wochen im Final gegen Argentinien Sieger der Copa America, tat sich im südfranzösischen Montpellier gegen Algerien lange Zeit schwer. Erst nach einer Stunde und diversen Einwechslungen schoss der Rechtsverteidiger Maicon von Inter Mailand nach einem von Ronaldinho getretenen Eckball den Führungstreffer. Ronaldinho, der wie Kaka erst nach der Pause auflief, erhöhte kurz vor Schluss auf 2:0.

Japan, das im September anlässlich des Vierländerturniers in Österreich auf die Schweiz trifft, schlug Kamerun dank Toren von Marcus Tulio Tanaka und Koji Yamasa 2:0. St. Gallens Guy Feutchine kam für die Afrikaner in der zweiten Halbzeit zum Einsatz.

Testspiele vom Mittwoch

SCHWEIZ - HOLLAND IN GENF 2:1 (1:0)

Japan - Kamerun in Oita 2:0 (1:0)

Russland - Polen in Moskau 2:2 (2:0)

Lettland - Moldawien in Riga 1:2 (1:1)

Ukraine - Usbekistan in Kiew 2:1 (1:0)

Brasilien - Algerien in Montpellier/Fr 2:0 (0:0)

Bulgarien - Wales in Burgas 0:1 (0:1)

Norwegen - Argentinien in Oslo 2:1 (1:0)

Litauen - Turkmenistan in Kaunas 2:1 (1:0)

Tunesien - Guinea in Radès/Tunis 1:1 (1:0)

Elfenbeinküste - Ägypten in Paris 0:0

Bosnien-Herzegowina - Kroatien in Sarajevo 3:5 (1:2)

Dänemark - Irland in Arhus 0:4 (0:2)

Luxemburg - Georgien in Luxemburg 0:0

Rumänien - Türkei in Bukarest 2:0 (0:0)

Weissrussland - Israel 2:1 (1:1)

Island - Kanada in Reykjavik 1:1 (0:0)

Griechenland - Spanien in Saloniki 2:3 (2:1)

Montenegro - Slowenien in Podgorica 1:1 (1:1)

Schweden - USA in Göteborg 1:0 (0:0)

Österreich - Tschechien in Wien 1:1 (0:1)

Albanien - Malta in Tirana 3:0 (1:0)

Ungarn - Italien in Budapest 3:1 (0:0)

Mazedonien - Nigeria in Skopje 0:0

England - Deutschland in London 1:2 (1:2)

Schottland - Südafrika in Aberdeen 1:0 (0:0)

Slowakei - Frankreich in Trnava 0:1 (0:1)

(si)

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