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Fipronil-SkandalDeutschland hält Infos zu Gift-Eiern zurück

Millionen mit Insektengift verunreinigte Eier mussten im Sommer aus den Regalen genommen werden. Nun werden wichtige Informationen zum Skandal blockiert.

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Die EU-Kommission will wichtige Informationen zum Fipronil-Skandal zurückhalten.

Die EU-Kommission will wichtige Informationen zum Fipronil-Skandal zurückhalten.

Symbolbild/Julian Stratenschulte
Zwölf europäische Länder waren betroffen: Ein Chemiker in Münster untersucht Hühnereier auf toxische Rückstände. (4. August 2017)

Zwölf europäische Länder waren betroffen: Ein Chemiker in Münster untersucht Hühnereier auf toxische Rückstände. (4. August 2017)

Verbotenerweise wurde das Insektizid Fipronil zum Reinigen von Hühnerställen benutzt: Eierschachteln in einem Supermarkt in den Niederlanden. (8. August 2017)

Verbotenerweise wurde das Insektizid Fipronil zum Reinigen von Hühnerställen benutzt: Eierschachteln in einem Supermarkt in den Niederlanden. (8. August 2017)

AFP

Der Skandal um Fipronil-Funde hat Europa im Sommer wochenlang in Atem gehalten: Millionen Eier waren mit dem Insektengift verunreinigt gewesen und mussten vom Markt genommen werden.

Deutschland und die Niederlande blockieren jetzt die Veröffentlichung von Informationen zum Fipronil-Skandal. Die EU-Kommission verweigerte offiziell eine von der Nachrichtenagentur DPA beantragte Herausgabe der Meldungen und Zahlen, die im Sommer von den Mitgliedsländern in das gemeinsame Schnellwarnsystem eingegeben worden waren. Als Begründung wurde die Ablehnung von Deutschland und der Niederlande genannt. Die beiden Länder waren besonders stark vom Skandal betroffen.

Ermittlungstaktische Gründe

Für Konsumenten von verunreinigten Produkten soll keine akute Gesundheitsgefahr bestanden haben. Vorsorglich wurden aber bislang unbekannte Mengen Eier und Eierprodukte vom Markt genommen und vernichtet. Wie viele es genau waren, könnte vermutlich anhand der Meldungen im Schnellwarnsystem errechnet werden. Ebenso wären zum Beispiel Rückschlüsse möglich, wie schnell auf Warnmeldungen reagiert wurde.

Offiziell begründeten die deutschen Behörden die Informationssperre mit dem Schutz des Schnellwarnsystems. Wenn Nutzer eine Veröffentlichung ihrer Meldungen befürchten müssten, werde es zu «Verzögerungen bei der Kommunikation» kommen, heisst es in der Stellungnahme an die EU-Kommission. Die niederländischen Behörden geben hingegen ermittlungstaktische Gründe für ihre Ablehnung an. Eine Veröffentlichung der Informationen könnte demnach die Ermittlungen zu dem Skandal «irreversibel schädigen».

Unerwünschte Nebenwirkung

Nach den bisherigen Ermittlungen gelangte das Insektengift Fipronil in die Eier, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde. Ziel war offensichtlich, kostengünstig und effizient die Rote Vogelmilbe, umgangssprachlich auch Blutlaus genannt, zu bekämpfen. Das weitverbreitete Spinnentier ernährt sich vom Blut verschiedener Vogelarten und gilt als einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schädlinge in der Geflügelzucht.

Die DPA werde nun unter Berufung auf eine Regelung im EU-Recht von der Kommission verlangen, die Entscheidung gegen eine Veröffentlichung der Meldungen zum Fipronil-Skandal noch einmal zu prüfen. (sda)

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