Publiziert

Mörder auf der FluchtDeutschland in Angst vor Detlef

Mit einem gewieften Trick entwich ein jähzorniger Mörder aus dem Gefängnis. Jetzt ist klar, wie Detlef Witte die Flucht gelang.

von
gux
1 / 2
Am 28. April 2015 floh Detlef Witte aus der Haftanstalt JVA Rheinbach bei Bonn. Der 2008 wegen Mordes zu lebenslanger Haft Verurteilte gilt als unberechenbar und jähzornig. Laut Mithäftlingen kennt er die richtigen Leute, um sich gefälschte Papiere und sogar eine Waffe zu beschaffen.

Am 28. April 2015 floh Detlef Witte aus der Haftanstalt JVA Rheinbach bei Bonn. Der 2008 wegen Mordes zu lebenslanger Haft Verurteilte gilt als unberechenbar und jähzornig. Laut Mithäftlingen kennt er die richtigen Leute, um sich gefälschte Papiere und sogar eine Waffe zu beschaffen.

Bonner Polizei
So sah Witte vor sieben Jahren aus. Am 21. August 2007 erwürgte er die Millionärin Jutta Heinmüller (61) , danach brachte er die Leiche im Kofferraum seines Autos nach Frankreich und verbrannte sie in einem Wald. Witte gab zu, die Frau bestohlen zu haben, bestritt den Mord aber immer.

So sah Witte vor sieben Jahren aus. Am 21. August 2007 erwürgte er die Millionärin Jutta Heinmüller (61) , danach brachte er die Leiche im Kofferraum seines Autos nach Frankreich und verbrannte sie in einem Wald. Witte gab zu, die Frau bestohlen zu haben, bestritt den Mord aber immer.

Bonner Polizei

Der wegen Mordes an einer Millionärin zu lebenslanger Haft verurteilte Detlef Witte ist mit einem dreisten Trick aus der Haftanstalt JVA Rheinbach bei Bonn geflohen (20 Minuten berichtete).

Eine Grossfahndung mit Helikoptern und Suchhunden läuft bereits seit zwei Tagen, auch ein internationaler Haftbefehl ist inzwischen erlassen worden. Die Polizei warnt Automobilisten davor, Anhalter mitzunehmen. Die Warnung kommt nicht von ungefähr: Der entflohene Häftling soll nicht gerade sanftmütig sein.

«Er hat nichts zu verlieren, und sobald etwas nicht so läuft, wie er es geplant hat, dreht er durch», erzählt ein Mithäftling Wittes dem Kölner «Express». Deswegen sei Witte auch verlegt worden. «Die JVA-Mitarbeiter bekamen ihn nicht in den Griff. Er ist unberechenbar und kennt draussen die richtigen Leute, um sich gefälschte Papiere und sogar eine Waffe zu beschaffen.»

Telefonate aus der Zelle?

Andere Mithäftlinge vermuten, dass der 43-Jährige auf dem Weg nach Südfrankreich oder Italien ist. Und sie sind überzeugt, dass der verurteilte Frauenmörder seine Flucht von langer Hand geplant hat – und dabei auf Hilfe zählen konnte: «Er soll Telefonate mit einem Handy in seiner Zelle geführt haben. Handys sind logischerweise im Knast verboten. Dass er an ein Gerät gekommen ist, spricht aber wiederum dafür, dass er sehr gute Kontakte im Gefängnis hat.»

Derweil fragt sich das Bundesland Nordrhein-Westfalen, wie es Witte gelingen konnte, seine Wärter auszutricksen: Er hatte sich unter Holzabfällen versteckt, die in Kisten aus der Gefängnisschreinerei der JVA Rheinbach transportiert wurden.

«Wie kann so etwas passieren? Diese Frage stelle ich mir auch. Wir haben an sich genug Regeln und technische Vorrichtungen, die verhindern sollen, dass so etwas passiert», sagt Heinz-Jürgen Binnenbruck, Leiter der JVA- Rheinbach, gegenüber «RTL».

Herzschlagdetektor kam nicht zum Einsatz

Er verweist auf den ausgeklügelten Kontrollmechanismus in seinem Gefängnis: Dazu gehört etwas ein Herzschlagdetektor, der Fahrzeuge bei der Ein- und Ausfahrt durchleuchtet. Der Detektor soll sogar Mäuse in einem Fahrzeug entdecken. Dumm nur: Beim Holzabfall-Transporter, in dem sich der Mörder versteckt hatte, kam dieser Detektor nicht zum Einsatz. Die Anwendung dieses Detektors stehe im Ermessen des Diensthabenden, so Gefängnisleiter Binnenbruck im «Express».

Dass das Gerät nicht zum Einsatz kam, kann er nachvollziehen, denn die Kisten mit den Holzabfällen seien nach oben offen und von der Seite einsehbar. Offensichtlich nicht so sehr, dass ein ausgewachsener Mann sich unbemerkt unter Sägemehl und Holzstücken eingraben kann.

Deine Meinung