Handball: Deutschland, Kroatien und Polen weiter
Aktualisiert

HandballDeutschland, Kroatien und Polen weiter

Spanien kommt bei der Handball-WM in Kroatien weiterhin nicht wie gewünscht in Fahrt. Der Weltmeister von 2005 bezog gegen den Gastgeber die zweite Niederlage und muss damit bis zuletzt um die Hauptrunden-Qualifikation zittern.

Am vierten Spieltag sicherten sich neben den Kroaten auch Deutschland, Polen und Ungarn vorzeitig das Ticket für die Hauptrunde. Dänemark konnte am späten Mittwochabend nachziehen. Die bereits zuvor qualifizierten Franzosen (35:26 gegen die Slowakei) und Schweden (30:19 gegen Kuwait) feierten ungefährdete Erfolge und sind weiterhin ohne Punktverlust.

Einseitiges Topspiel

Die verjüngte spanische Mannschaft bezahlt in der stark besetzten Gruppe B Lehrgeld. Nach Schweden war auch Kroatien zu stark. Die 22:32-Niederlage zeichnete sich bereits früh ab. Nach zehn Minuten führten die von 12 000 Anhängern unterstützten Kroaten bereits mit fünf Toren Vorsprung; nach 25 Minuten schoss Toptorschütze Domagoj Duvnjak (7) bereits das 18:10.

Die Spanier enttäuschten auf der ganzen Linie und waren für die Kroaten zu keinem Zeitpunkt ein Gradmesser. Der Gastgeber und Titelfavorit konnte es sich sogar leisten, seinen Star Ivano Balic zu schonen. Der Regisseur stand nur während 20 Minuten im Einsatz. Auf Seiten der Spanier enttäuschten insbesondere die Routiniers. Iker Romero war zwar mit fünf Toren bester Werfer, doch benötigte er dafür 14 Versuche. Während die Kroaten nun gegen Schweden um den Gruppensieg spielen, muss Spanien gegen Südkorea um das Weiterkommen zittern.

Deutschland in der Hauptrunde

Mit einem deutlichen 33:23-Sieg gegen Mazedonien qualifizierte sich Deutschland für die Hauptrunde. Zur Pause lag der Titelverteidiger noch mit einem Tor zurück, legte nach dem Seitenwechsel aber deutlich zu und ersparte sich so ein «Finalspiel» gegen die starken Polen, die bei der WM 2007 erst im Endspiel an den Deutschen gescheitert waren und gestern dank dem Sieg gegen Tunesien ebenfalls vorzeitig in der Hauptrunde eingezogen sind.

Neben Holger Glandorf (9 Treffer) und Michael Krause (7) war der Flügelspieler Christian Schöne (8) der effizienteste Deutsche. Schöne war erst wenige Stunden vor dem Matchbeginn im Teamhotel eingetroffen. Der Rechtsaussen von Göppingen nahm den Platz des erkrankten Stefan Schröder ein. Der unbeschwert spielende Ersatzakteur sorgte mit zwei Kontertoren für den vorentscheidenden Ausbau der Führung auf 20:17 (42.). Fünf Minuten später nahm sich Mazedonien die Möglichkeit einer Aufholjagd gleich selber, als der neunfache Torschütze Kiril Lazarov wegen eines Ellenbogenschlags vorzeitig unter die Dusche musste.

Russland, das bislang als einziges Team Deutschland einen Punkt abgenommen hat, verhinderte in der Gruppe C eine Blamage nur knapp. Gegen die punktelosen Algerier entschied erst ein von Timur Dibirow verwandelter Siebenmeter die Partie (29:28). Die Russen liefern sich heute mit Mazedonien ein Duell um den letzten Platz in der Hauptrunde.

Serbien rehabilitiert sich

Serbien erreichte nach der schmerzhaft knappen Niederlage gegen Europameister Dänemark und der Blamage gegen Brasilien einen wichtigen Sieg. Gegen das bis dahin unbezwungene Norwegen resultierte ein 27:26. Neben Topskorer Marko Vujin (8), der sein Geld bei Veszprem in Ungarn verdient, waren die beiden Keeper Stanic und Pejanovic entscheidend. Sie steigerten sich gegenüber dem 30:32 gegen Brasilien und zeigten zusammen 19 erfolgreiche Paraden.

(si)

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