Aktualisiert 22.04.2011 21:50

AtomgegnerDeutschland marschiert, die Schweiz schläft

Zehntausende AKW-Gegner gehen an Ostern auf die Strasse und demonstrieren. In der Schweiz scheint die Protestbewegung hingegen eher lau zu sein.

von
ann
Proteste gegen AKWs wie 2009 in Berlin wird es dieses Osterwochenende in Deutschland viele geben.

Proteste gegen AKWs wie 2009 in Berlin wird es dieses Osterwochenende in Deutschland viele geben.

Ostern ist traditionell nicht nur die Zeit der Schoggihasen und harten Eier. Es ist auch ein wichtiges Wochenende der Friedensbewegung. Jeweils am Montag gehen die Leute auf die Strasse und demonstrieren. Ostermärsche haben in der Schweiz und Deutschland Tradition.

Dieses Jahr stehen diese ganz unter dem Eindruck von Fukushima. Tausende Atomgegner werden auf die Strasse gehen. Zumindest bei unserem grossen Nachbarn. Dort sind an den zwölf AKW Standorten Grossdemonstrationen geplant. In 80 deutschen Städten gibt es zudem Märsche gegen Atomstrom.

Und in der Schweiz? Für den traditionellen Ostermarsch in Bern am Montag, an dem in der Regel 500 bis 700 Leute teilnehmen, war das Motto schon länger festgelegt: Entmilitarisierung weltweit. Dennoch lässt man aus aktuellem Anlass das Thema Atomausstieg einfliessen. Und: Am Schluss der Kundgebung laufen alle zum AKW-Ade-Camp vor dem Hauptsitz der BKW in Bern. Im Camp auf der Wiese beim Berner Viktoriaplatz finden das ganze Wochenende lang Veranstaltungen statt. Diese gipfeln am Dienstagmorgen, dem 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, in einer Menschenkette rund um das BKW-Gebäude.

Deutschland initiativer

Doch sonst kommt die Initiative für Anti-Atomkundgebungen aus Deutschland: Die Schweizer Nachbarn werden eingeladen, an Veranstaltungen an der Grenze teilzunehmen. So gibt es in Waldshut und Hohentengen Protestspaziergänge, die jeweils auf der Rheinbrücke enden. Ausserdem werden die Basler aufgefordert, an einem Spaziergang gegen das «marode AKW Fessenheim» in Frankreich teilzunehmen.

In der Schweiz hat man eine einfache Erklärung für die Zurückhaltung. «Wir haben bereits einen grossen und gut funktionierenden Anti-Atom-Anlass, den Menschenstrom gegen Atom», sagt Jonas Zürcher vom GSoA-Büro in Bern, das den Ostermarsch organisiert. Für den Menschenstrom, der am 22. Mai stattfindet, werden gemäss Michaela Lötscher, Mediensprecherin des Organisationskomitees, tausende Teilnehmer erwartet. «Der Widerstand gegen Atomkraftwerke ist auch in der Schweiz klar im Vormarsch», betont Lötscher.

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