Deutschland mit hohem Staatsdefizit
Aktualisiert

Deutschland mit hohem Staatsdefizit

Das Staatsdefizit in Deutschland hat in der ersten Hälfte dieses Jahres bei 4,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gelegen.

Das gab das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag nach vorläufigen Ergebnissen bekannt. Insgesamt betrug die Finanzierungslücke im Staatshaushalt in den ersten sechs Monaten 2004 demnach 42,7 Milliarden Euro. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr würde dies bedeuten, dass Deutschland zum dritten Mal in Folge deutlich die Vorgaben des Europäischen Stabilitätspaktes von 3,0 Prozent verfehlt.

Das Bundesamt betonte allerdings, wegen des unterschiedlichen Jahresverlaufs könnten noch «keine Rückschlüsse von der Quote für das erste Halbjahr auf die zu erwartende Defizitquote des Staates im Kalenderjahr 2004 und damit für das Defizitverfahren gezogen werden». Gleichwohl zeichnet sich damit trotz Konjunkturerholung in diesem Jahr das höchste Staatsdefizit in der Geschichte der Bundesrepublik ab.

Bereits im Juli waren Schätzungen aus Koalitionskreisen bekannt geworden, nach denen die Finanzierungslücke im Staatshaushalt zwischen 85 und 90 Milliarden Euro betragen könnte. 2003 betrug sie rund 82 Milliarden Euro bei einer Quote von 3,9 Prozent. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte für dieses Jahr 3,3 Prozent nach Brüssel gemeldet. (dapd)

Deine Meinung