Aktualisiert 14.06.2005 11:16

Deutschland: Razzia gegen Terroristen

Bei einer bundesweiten Razzia gegen die islamistische Terrorgruppe Ansar al Islam sind am Dienstag drei Iraker festgenommen worden.

Die Durchsuchung von insgesamt 24 Objekten dauerte am Vormittag an, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die Festgenommenen sowie elf weitere Männer stehen demnach im Verdacht, mit Geldspenden Terroranschläge im Irak unterstützt zu haben. Hinweise auf geplante Anschläge in Deutschland gibt es nach Angaben der Ermittler aber nicht.

Bei den Festgenommenen handelt es sich demnach um den 39-jährigen Dieman A. I. aus Nürnberg, den 33-jährigen Kawa H. aus München und den 43-jährigen Najat O. aus dem badischen Bühl. Sie sollen für Ansar al Islam Gelder gespendet, gesammelt oder etwa Kurier- und Fahrerdienste ausgeführt haben. Zudem wird ihnen ein Verstoss gegen das Aussenwirtschaftsgesetz vorgeworfen. Die Gelder hätten dazu gedient, Terroranschläge im Irak zu finanzieren und den logistischen und strukturellen Unterbau von Ansar al Islam zu sichern. Gegen die drei Männer lagen den Angaben zufolge bereits seit einigen Wochen Haftbefehle vor. Am (morgigen) Mittwoch sollen sie dem Haftrichter vorgeführt werden, wie die oberste Anklagebehörde mitteilte.

Bei den weiteren elf Verdächtigen liegen laut Bundesanwaltschaft bislang keine Voraussetzungen für einen Haftbefehl vor. Allerdings wurde ein Beschuldigter aus Stuttgart wegen des Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung inhaftiert. Gegen ihn habe ein Haftbefehl vorgelegen.

Die Razzia steht laut Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit dem vereitelten Anschlag auf den irakischen Ministerpräsidenten Ajad Allawi während dessen Deutschlandbesuchs im Dezember. Damals waren drei irakische Terrorverdächtige verhaftet worden, die offenbar Allawi in Berlin ermorden wollten. Bei den Ermittlungen gegen die mutmasslichen Ansar-al-Islam-Mitglieder Ata R., Mazen H. und Rafik Y. hätten sich weitere Hinweise dafür ergeben, dass irakische Staatsangehörige von Deutschland aus die islamistische Organisation im Nordirak unterstützten, hiess es.

Zwei der nun Festgenommenen, der Nürnberger Dieman A. I. und der Münchner Kawa H., stehen demnach unter dringendem Verdacht, Ansar al Islam grössere Geldmengen aus eigenen Spenden und Sammlungen für terroristische Zwecke zur Verfügung gestellt zu haben. Der dritte, der Bühler Najat O., soll laut Bundesanwaltschaft neben «einer erheblichen Spende aus Eigenmitteln» Mitte 2004 Geld in den Irak geschafft haben.

Auftraggeber war den Ermittlern zufolge der im Dezember in Stuttgart verhaftete Ata R.. Der damals 31-Jährige soll enge Kontakte zu höchsten Führungskadern von Ansar al Islam, darunter der stellvertretende Führer der Organisation im Irak, Abu Mohammad, gehabt haben. (dapd)

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