Bonapartes Cirus Show: «Deutschland riecht nach Currywurst»
Aktualisiert

Bonapartes Cirus Show«Deutschland riecht nach Currywurst»

Ungehemmte Live-Shows und wilder Party-Sound machten Bonaparte in Berlin zum Szeneliebling der Stunde. Mit uns sprach der Schweizer über Heimat, Marc Sways Zähne und Spass in der Liebe.

von
Martin Fischer

Du hast der Schweiz den Rücken gekehrt. Warum?

Bonaparte: Ach, ich liebe die Schweiz. Es war toll in ihr drin. Ich wollte sie einfach mal von aussen sehen.

Hast du denn die Schweiz seither schon mal so richtig vermisst?

Bonaparte: Ja klar, ich vermisse sie oft: das gute Essen jenseits von Currywurst, beschwimmbare Gewässer, die frische Alpenluft und auch die Migros. Geniesst es, ihr habts schön!

Die Radios und Clubs in Berlin spielten deinen Partyhit «Anti Anti» rauf und runter. Geniesst du deine Berühmtheit?

Bonaparte: Es ist eigentlich noch ziemlich harmlos. Einen Stalker hatten wir erst einmal in der Wohnung. Aber ich finde es lustig, dass die Taxifahrer Bonaparte kennen.

Erst warst du als Signorino TJ unterwegs, nun als Bonaparte. Was steht eigentlich auf deinem Briefkasten?

Bonaparte: «Kaiser der Unvernunft» steht da in goldenen Lettern und ohne Schreibfehler. Schreibt mir!

Spass scheint ein entscheidender Antrieb zu sein für dich ...

Bonaparte: Oh ja! Spass ist sehr empfehlenswert! Spass in der Musik. Spass in Liebesdingen. Spass beim Essen. Ich meine es nicht immer ernst. Aber immer mit Stil!

Abgesehen vom Spass: Was treibt dich als Künstler eigentlich an?

Bonaparte: Hingabe. Ehrlichkeit. Auf friedvolle und ein bisschen verrückte Weise die eigenen Grenzen angreifen — gerade auch auf der Bühne. Jeden Abend.

Zurzeit bist du mit deiner zirkusreifen Liveshow auf Tour. Wie glamourös ist dein Touralltag?

Bonaparte: Ich wiederhole mich: In der Schweiz hats schöne Hotels mit Bergblick. Deutschland hingegen riecht immer nach Currywurst. Aber ich habe das Glück, eine wundervolle Truppe im Zirkuswagen zu haben. Es ist uns selten langweilig.

Kaiser Napoleon Bonaparte eroberte einst Europa. Wie sehen deine strategischen Pläne aus?

Bonaparte: Also bitte, ich will da ganz klar höher hinaus! 1798 ist auch schon eine Weile her ...

Du hast eben auch noch an der Hälfte von Marc Sways aktuellem Album «One Way» mitgeschrieben. Wie kams dazu?

Bonaparte: Marc ist ein Mensch, wenn man ihm lange genug ins Gesicht schaut, scheint die Sonne zwischen seinen Zähnen hervor. Von diesen Leuten braucht es mehr!

Du warst schon immer äusserst umtriebig. Was hast du derzeit noch alles am Laufen?

Bonaparte: Ich wurde angefragt für einen Film ohne Kleider. Aber den werde ich nicht machen. Ich spiele sehr mit dem Gedanken, eine Krippe für Kinder mit Aufmerksamkeits-

Defizit-Hyper-Aktivitäts-Syndrom zu eröffnen.

Auf SF werden gerade «Die grössten Schweizer Hits» gesucht. Was wäre dein Favorit?

Bonaparte: Genetisch bedingt: Berner Chansons der Sechzigerjahre! Mir gefällt aber auch der Dreiklang des Alphorns. Das soll unsere neue Hymne sein!

Bonapartes Cirus Show live:

Freitag, 28. November, Mehrzweckhalle, Büren a.d. Aare;

Samstag, 29. November, Kugl, St. Gallen

Bonaparte, ein Berner in Berlin Tobias Jundt (30) mischt mit Hits wie «Too Much» und «Anti Anti» die Berliner Partyszene auf. In der Schweiz war er als Signorino TJ erfolgreich: Seine Italo-Ballade «È così com’è» war 2003 ein Radiohit.

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