Deutschland schlägt die Slowakei mit 4:2
Aktualisiert

Deutschland schlägt die Slowakei mit 4:2

Nach ruhigen Tagen ereigneten sich an der Eishockey-WM in Kanada erste Überraschungen. Deutschland schlug die Slowakei 4:2, und Norwegen trotzte Finnland einen Punkt ab (2:3 n.V.).

Deutschland führte gegen die Slowakei durch Powerplaytore von Marco Sturm (7.) und Stefan Ustorf (16.) früh 2:0 und liess sich danach nicht mehr von der Siegesstrasse abbringen. Die Deutschen verdienten sich den dritten Sieg gegen die Slowaken in dieser Saison; phasenweise dominierten das Team von Uwe Krupp die Slowakei sogar. Michael Hackert stellte mit zwei Toren vom 2:1 zum 4:1 den Sieg für die Deutschen sicher.

Für Deutschlands Goalie Robert Müller (36 Paraden) ging mit dem Sieg ein Traum in Erfüllung. Vor anderthalb Jahren litt der 27- Jährige, der vor vier Saisons sieben Playoutpartien mit dem EHC Basel bestritt, permanent an Nackenschmerzen. Im November 2006 folgte die niederschmetternde Diagnose: bösartiger Hirntumor; Heilungschancen gering. Zwei Tage später wurde Müller operiert, wie durch ein Wunder kam alles gut. Müller: «Die Leute um mich herum waren während der Krankheit aufgeregter als ich selbst. Meine Frau, die schwanger war, geriet in Panik. Ich aber hatte grenzenloses Vertrauen in die Ärzte. Und ich hatte die grösste Motivation, die es nur gibt: Ich wollte unbedingt auch mein zweites Kind noch erleben.»

Die Krankheit hielt Müller nicht vom Eis weg. Er trainierte sogar in jenen schweren Zeiten, als er sich Chemotherapien und Bestrahlungen unterziehen musste. Er hielt den Kontakt zum Nationalteam, obwohl eine weitere WM-Teilnahme im Herbst 2006 nicht realistisch erschien. Diese Saison erfolgte das Comeback in der DEL, zuerst in Duisburg, später in Köln. Robert Müller stand vor dem Tor der Haie, als diese in den Playoffs gegen sein früheres Team Adler Mannheim nach 168 Minuten in der sechsten Overtime mit 5:4 gewannen. Es war das zweitlängste Spiel in der Eishockey- Geschichte.

In die WM in Kanada startete Müller als Nummer 2, aber nachdem Dimitri Pätzold gegen Finnland nicht überzeugt hatte, erhielt Müller gegen die Slowakei eine Chance. Müller glänzte und dürfte auch am Mittwoch gegen Norwegen wieder vor dem Tor stehen.

Mit einem Punktgewinn gegen Norwegen können sich die Deutschen die Qualifikation für die Zwischenrunde sichern. Und dank des Sieges über die Slowakei winken erstmals seit 2003 wieder die Viertelfinals. Die Slowakei dagegen, der Weltmeister von 2002, muss sogar ums Weiterkommen bangen. Gewinnt Norwegen gegen Deutschland und die Slowakei verliert gegen Finnland (in 60 Minuten), müssen die Slowaken, die nur drei Feldspieler aus der NHL erhielten, gegen den Abstieg kämpfen.

Die Deutschen dürfen die Norweger nicht unterschätzen. Die Finnen setzten sich gegen das Norge-Team, das vor der WM in Kreuzlingen die Schweiz besiegte (3:2 n.P.), erst in der Verlängerung mit 3:2 durch, wobei Tuomo Ruutu das Siegtor erzielte. Der ehemalige Lugano-Akteur Ville Peltonen (Torschütze zum 2:1) gab zu, dass die Finnen die Norweger unterschätzt hatten: «Wir hatten uns nicht gut vorbereitet. Nach dem guten Spiel gegen Deutschland glaubten wir wohl, dass wir die Norweger ohne grossen Aufwand besiegen können. Aber am Ende gelang uns noch der Sieg, und das allein zählt.»

Saku Koivu, der Captain der Montreal Canadiens, verstärkt ab sofort die Finnen. Auch die Russen erhielten in der Person von Andrej Markow Verstärkung aus Montreal. Insgesamt sechs Canadiens- Spieler reisten im Gegensatz zu Mark Streit nach dem Playoff- Ausscheiden nach Québec an die WM. Am meisten zu reden gab jedoch der Spieler, der nicht nominiert wurde. Alexej Kowaljew, diese Saison der stärkste Stürmer Montreals, wurde von Slawa Bykow (Russland) nicht berücksichtigt, weil er zu langsam sei.

Die Russen gewannen am Dienstag auch ihre dritte Partie: Dänemark wurde 4:1 besiegt. Michail Birjukow, der einzig fitte Goalie der Russen, überstand die Partie ohne Probleme. Am Donnerstag trifft aus San Jose, Kalifornien, Jewgeni Nabokow ein, der die Torhüterposition übernehmen wird. Auch Andrej Markow (Montreal) wird in der Zwischenrunde zur Verfügung stehen. Die Russen, die die Vorrundengruppe D gewannen, bestreiten ihr nächstes Spiel (gegen Weissrussland oder Frankreich) erst am Freitag.

Schweden: 9 Tore in 31 Minuten

In der Schweizer Gruppe scheint Schweden vor dem Vergleich mit dem Krueger-Team in Form zu kommen. Nach dem knappen 6:5 gegen Weissrussland benötigten die «Tre Kronor» auch gegen Frankreich einen unerwartet langen Anlauf. Erst nach 29 Minuten gingen die Schweden in Führung. In der zweiten Spielhälfte schoss sich Schweden indessen zu einem komfortablen 9:0-Erfolg. Cristobal Huet wurde beim Stand von 0:7 eingewechselt und kassierte aus fünf Schüssen noch zwei weitere Gegentore.

Gruppe A (in Québec City):

Schweden - Frankreich 9:0 (0:0, 4:0, 5:0).

Rangliste (2 Spiele): 1. Schweden 6. 2. Schweden 6. 3. Weissrussland 0. 4. Frankreich 0.

Gruppe C (in Halifax):

Finnland - Norwegen 3:2 (2:2, 0:0, 0:0, 1:0) n.V. Slowakei - Deutschland 2:4 (0:2, 1:1, 1:1)

Rangliste (2 Spiele): 1. Finnland 5. 2. Deutschland 3. 3. Slowakei 3. 4. Norwegen 1.

(si)

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