Deutschland soll den Staat Israel aufnehmen
Aktualisiert

Deutschland soll den Staat Israel aufnehmen

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat erneut mit abstrusen antiisraelischen Parolen für Empörung gesorgt.

Um die Juden für den Holocaust zu entschädigen, solle der Westen den Staat Israel nach Europa verlegen, sagte er am Donnerstag auf einem Islam-Gipfel in Mekka. Israelische und deutsche Politiker verurteilten seine Worte umgehend.

«Leider ist es nicht das erste Mal, dass der iranische Präsident skandalöse und rassistische Äusserungen über die Juden und Israel macht», sagte der Sprecher des israelischen Aussenministeriums, Mark Regew. Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, die Worte Ahmadinedschads zeigten, «mit wie wenig Ernsthaftigkeit, oder mit wie viel Zynismus die Situation von der dortigen Regierung beurteilt wird». Er äusserte sich am Rande eines Treffens der NATO-Aussenminister in Brüssel. Seine Kollegen teilten die Sorge, «dass nicht ausreichend Vernunft in der iranischen Regierung herrscht».

Ahmadinedschad sagte in Mekka: «Mehrere europäische Staaten bestehen darauf, dass Hitler Millionen Juden verbrannte und in Konzentrationslager steckte. Jeder Historiker, Wissenschaftler oder Autor, der das bestreitet, wird ins Gefängnis gesteckt oder verurteilt.» Die «Zionisten» sollten ein Stück Land in Europa, zum Beispiel in Deutschland oder in Österreich, bekommen, empfahl der Präsident. Das jüdische Volk sei schliesslich in Europa verfolgt worden, deswegen dürften die Rückwirkungen nicht die Palästinenser treffen. «Bietet ihnen ein Stück Land in Europa an, und wir werden die Entscheidung unterstützen und das Land nicht angreifen», sagte er.

Der israelische Aussenamtssprecher Regew sagte, erst vor Kurzem habe die UN-Generalversammlung die Leugnung des Holocausts verurteilt. «Der iranische Präsident hat nun den Normen des internationalen Verhaltens und des Anstandes fundamental widersprochen. Ich hoffe, dass das für jeden, der Illusionen über die wahre Natur des iranischen Regimes hegte, ein Weckruf war.»

Steinmeier erklärte, Ahmadinedschads Worte hätten die Wiederaufnahme der Atomgespräche mit dem Land nicht leichter gemacht. Die iranische Regierung müsse wissen, «dass die Geduld der internationalen Staatengemeinschaft nicht mehr sehr dauerhaft ist». Bleibe der Erfolg aus, müsse der Fall vor den UN-Sicherheitsrat.

Für einen Aufschrei der Empörung hatte Ahmadinedschad schon im Oktober gesorgt, als er am Jerusalem-Tag die Tilgung Israels von der Landkarte forderte. Der Präsident distanzierte sich nicht von seinen Hasstiraden, sondern organisierte weitere antiisraelische Demonstrationen im Iran. (dapd)

Deine Meinung