Deutschland: Staat zahlt ein Jahr Elterngeld
Aktualisiert

Deutschland: Staat zahlt ein Jahr Elterngeld

Der Deutsche Bundestag hat am Freitag das neue Elterngeld beschlossen. Berufstätige Mütter und Väter erhalten damit Geld vom Staat als Gehalts-Ersatz, wenn sie nach der Geburt eines Kindes ihren Job befristet aufgeben.

Für das Gesetz stimmte die grosse Koalition aus CDU/CSU und SPD. Die drei Oppositionsparteien FDP, Linkspartei und Grünen lehnten es ab. Das Gesetz muss noch den Bundesrat passieren. Dessen Zustimmung gilt als sicher.

Familienministerin Ursula von der Leyen von der CDU wertete das neue Elterngeld als «historischen» Entscheid für Eltern und Kinder bezeichnet. Es sei das Signal für junge Eltern, dass die Erziehung ihrer Kinder und der Beruf gleich wichtig seien, sagte sie in der Bundestags-Debatte.

Von der Leyen unterstrich: «Das Elterngeld schafft Zeit für die Eltern mit ihren Kindern und Zeit für die Kinder mit ihren Eltern.» Mit den zusätzlichen zwei «Partner-Monaten» bekämen berufstätige Väter das erste Mal die Möglichkeit, sich Zeit zu nehmen, um sich um ihr Kind zu kümmern.

Vor allem diese «Vätermonate» waren in der Koalition zunächst heftig umstritten. Berufstätige Mütter oder Väter erhalten das Elterngeld vom 1. Januar 2007 an, wenn sie für ein Jahr ihr Kleinkind zu Hause betreuen.

Ein zusätzlicher Bonus von zwei weiteren Monaten soll vor allem Väter locken, auch eine Zeit lang im Beruf zu pausieren, um sich um die Betreuung ihres Nachwuchses zu kümmern. Das Elterngeld beträgt 67 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens, maximal aber 1800 Euro (rund 2800 Franken).

(sda)

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