Ilkay Gündogan wettert nach «Debakelstart» gegen Teamkollegen

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Ilkay GündoganDeutschland-Star wettert nach «Debakelstart» gegen Teamkollegen

Das deutsche Nationalteam erlebt einen WM-Schock. Nach der Partie wüten Deutschlands Medien, Ilkay Gündogan kritisiert seine Mitspieler und Japans Coach verrät den Sieg-Trick. 

von
Nils Hänggi

Japan besiegt bei der WM in Katar Deutschland. 

SRF

Darum gehts

Zwei Joker-Tore des Freiburgers Ritsu Doan (75. Minute) und des Bochumers Takuma Asano (83.) rissen Bundestrainer Hansi Flick und sein Team aus allen Träumen. Die zahlreichen vergebenen Chancen nach dem Elfmetertor von Ilkay Gündogan (33.) rächten sich. Deutschland verlor mit 1:2 gegen das japanische Team (den gesamten Spielplan findest du hier).

Die Japaner feierten, die Deutschen waren enttäuscht – Deutschlands Medien zerrissen das Team. Und die Häme auf Social Media war gross. Die besten Reaktionen. 

Ilkay Gündogan war stinksauer. 

Ilkay Gündogan war stinksauer. 

REUTERS

Gündogan kritisiert Mitspieler

Der Torschütze zum 1:0 war nach dem Spiel stinksauer. Er kritisierte in einem Interview mit der ARD die eigenen Mitspieler scharf. Ilkay Gündogan sagte: «Wir haben es Japan zu einfach gemacht. Gerade beim zweiten Tor, ich weiss nicht, ob jemals bei einer WM ein einfacheres Tor erzielt wurde.» Generell sprach er seinen Teamkollegen den Siegeswillen ab. «Es fehlte so ein bisschen die Überzeugung mit dem Ball. Man hatte das Gefühl, dass vorne nicht jeder den Ball haben wollte», so Gündogan. 

Manuel Neuer zog sich derweil völlig frustriert das Trikot über den Kopf und warf seine Handschuhe auf den Rasen. Er sagte zur Pleite: «Wir sind frustriert.» Bundestrainer Flick meinte: «Da hat Japan uns, was die Effizienz angeht, klar geschlagen.»

Japans Trainer erklärt seinen Sieg-Kniff

Japans Nationaltrainer Hajime Moriyasu wechselte trotz Rückstands am Mittwoch in Al-Rajjan zur Halbzeit einen Innenverteidiger für einen Flügelstürmer ein. «Wir wussten, dass wir uns mehr um die Verteidigung kümmern müssen. Deshalb habe ich das System umgestellt. Die Spieler wussten direkt, was ich damit meine und wie sie sich verhalten sollten», sagte Moriyasu nach dem 2:1 und war stolz auf seinen Sieg-Kniff.

Deutsche Medien zerreissen das Flick-Team

«Bild»: Die grösste Tageszeitung Deutschlands ging mit dem Team von Hansi Flick hart ins Gericht. Sie schrieb von einem «Debakelstart» und: «Das darf doch nicht wahr sein! Die Nationalmannschaft blamiert sich zum Auftakt der WM mit einem 1:2 gegen Aussenseiter Japan. Und das nach eigener Führung! Das Debakel erinnert stark an das bittere Turnier 2018 in Russland.» 

«Süddeutsche Zeitung»: «Ein Spiel, das für die deutsche Nationalmannschaft mit einem beachtlichen Protest gegen die Fifa beginnt, endet mit einem deprimierenden 1:2 gegen Japan», so die SZ. Weiter kritisierte die Zeitung vor allem die deutsche Abwehr. Das Ergebnis war für die SZ «fürchterlich». 

Sport1: «WM-Schock! Japan düpiert Deutschland. Deutschland hat den WM-Auftakt vergeigt. Japan schockt das DFB-Team mit einem späten Comeback.»

Und Japans Medien?

Diese waren begeistert. «Japan verblüfft Deutschland mit späten Treffern zum Auftakt der Weltmeisterschaft», hiess es in einem begeisternden Matchbericht der «Japan Times». Vom Siegtor war das Medium begeistert: «Ein fulminanter Abschluss!» Auch «Japan News» schrieb von einem «unglaublichen Comeback-Sieg». 

«Abwehr-Boykott»

Gegen Japan schenkte die DFB-Elf eine Führung her. Entsprechend entsetzt reagierte das Netz auf die Niederlage. «Das ist defensiv individuell und kollektiv die schlechteste zweite Halbzeit, die ich jemals von einer deutschen Nationalmannschaft gesehen habe», schrieb ein User. Jemand anderes: «Abwehr-Boykott.» Auch Hansi Flick wurde kritisiert: «Wie oft sich Flick wohl noch ärgern wird, dass er Hummels nicht mitgenommen hat?» Derweil feierten die Fans von Argentinien, die einfach nur froh waren, dass man nun über Deutschland redete und nicht mehr über die Pleite von Lionel Messi und Co. gegen Saudiarabien. 

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