Coronavirus - Deutschland tendiert gegen generelle Impfempfehlung für Kinder
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CoronavirusDeutschland tendiert gegen generelle Impfempfehlung für Kinder

Wird Deutschland eine generelle Corona-Impfempfehlung für 12- bis 15-Jährige aussprechen? Wohl eher nicht, berichten Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

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Andrew Lai (12) erhält in Los Angeles eine Impfung gegen das Coronavirus. Das soll bald auch in Deutschland möglich sein. Eine Impfempfehlung für alle 12- bis 15-Jährigen wird das Land aber wohl nicht aussprechen.

Andrew Lai (12) erhält in Los Angeles eine Impfung gegen das Coronavirus. Das soll bald auch in Deutschland möglich sein. Eine Impfempfehlung für alle 12- bis 15-Jährigen wird das Land aber wohl nicht aussprechen.

AFP

Darum gehts

  • Deutschland dürfte sich gegen eine generelle Impfempfehlung für 12- bis 15-Jährige aussprechen.

  • Der Hauptgrund dafür sei die unbefriedigende Datenlage, berichten Zeitungen in Deutschland.

  • Eine Impfempfehlung für 12- bis 15-Jährige mit chronischen Erkrankungen soll es allerdings geben.

Sollten sich auch Kinder gegen das Coronavirus impfen lassen oder ist eine natürliche Durchseuchung der bessere Weg? Diese Frage wird nicht nur in der Schweiz kontrovers diskutiert. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland wird wohl keine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche aussprechen, wie nun die Nachrichtenagentur «Agence France-Presse» schreibt. Stattdessen werde es wahrscheinlich nur eine Impfempfehlung für 12- bis 15-Jährige mit bestimmten chronischen Erkrankungen geben. Das berichten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland unter Berufung auf «informierte Kreise».

Laut einer Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit sollen sich Kinder ab zehn Jahren in der Schweiz auch gegen den Willen der Eltern impfen lassen können. Swissmedic könnte die Corona-Impfung in den nächsten Tagen auch für 12- bis 15-Jährige zulassen. Moderna verspricht für seinen Covid-Impfstoff im Alter von 12 bis 17 Jahren eine Impfstoffwirksamkeit von 100 Prozent. Bereits nach einem Piks soll sie bei 93 Prozent liegen. Und Biontech verabreicht seine Corona-Impfung in klinischen Studien bereits sechs Monate alten Babys.

Impfung für Kinder ist trotzdem möglich

Der Hauptgrund dafür sei eine unbefriedigende Datenlage. Es sei schwierig, die Folgen einer Corona-Erkrankung für 12- bis 15-Jährige mit den möglichen Risiken der Impfung abzuwägen. SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas geht davon aus, dass die Stiko eine Liste von Krankheiten erstellen wird, bei denen eine Impfung für Kinder sinnvoll sei. Kinder mit diesen Krankheiten müsse man dann zuerst impfen, fordert Bas. Sie stellte aber zugleich klar, dass die Impfung für Kinder auch ohne eine Empfehlung der Stiko möglich sein werde.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatten zuletzt für eine zügige Impfung von Kindern und Jugendlichen geworben, um eine Rückkehr zum regulären Unterricht zu ermöglichen. In der «Bild am Sonntag» gab Spahn als Ziel bekannt, dass die Länder minderjährigen Schülerinnen und Schülern bis Ende August ein Impfangebot machen.

In Deutschland ist noch keiner der verfügbaren Impfstoffe für Menschen unter 16 Jahren zugelassen. Eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) über eine Zulassung des Präparats von Biontech/Pfizer für Menschen ab zwölf Jahren könnte bis Ende Mai fallen.

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(AFP/mur)

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