Ghana vs. Deutschland: Deutschland trifft im Achtelfinal auf England
Aktualisiert

Ghana vs. DeutschlandDeutschland trifft im Achtelfinal auf England

Deutschland hat sich zum Schluss den Gruppensieg doch noch gesichert. Sie schlugen Ghana 1:0. Die Afrikaner sind ebenfalls weiter, weil Serbien gegen Australien 1:2 verlor.

Aufgrund des Gruppensieges der Deutschen kommt es am nächsten Sonntag im Achtelfinal in Bloemfontein zum absoluten Fussball-Klassiker zwischen Deutschland und England. Nationaltrainer Joachim Löw freute sich nach der erreichten Qualifikation bereits darauf: «Das wird ein Klasse-Spiel.» Ghana spielt am Samstag in Rustenburg gegen die USA.

Vor 85 000 Zuschauern im Soccer-City-Stadion von Johannesburg fasste sich Mesut Özil in der 60. Minute ein Herz und wagte aus 18 Metern einen Schuss, der den Weg in die linke obere Torecke fand. Es blieb der einzige Treffer in einer Partie, in welcher beide Teams ihre Möglichkeiten hatten. Die ganz grossen Torchancen blieben zwar aus, allerdings tauchte Ghana etwas häufiger vor DFB-Keeper Manuel Neuer auf. Im Abschluss agierten die Westafrikaner aber etwas zu kompliziert.

Beide Teams hatten in der ersten Halbzeit kurz nacheinander die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Aus deutscher Sicht hätte Özil bereits in der 25. Minute das 1:0 erzielen müssen, als er alleine auf Ghana-Keeper Richard Kingson losziehen konnte. Kingson hielt mit einer Glanz-Parade sein Team auf Achtelfinal-Kurs. Nur eine Minute später verhinderte Captain Philipp Lahm den Gegentreffer, als er einen Kopfball von Asamoah Gyan auf der Linie rettete.

Als einzige Sturmspitze lief Cacau für die Deutschen auf. Er ersetzte den gesperrten Miroslav Klose. Ausgerechnet Jerome Boateng gab in diesem wichtigen Spiel sein WM-Debüt für Deutschland und traf damit auf seinen Halbbruder Kevin Prince Boateng. Der Stürmer von Portsmouth hatte sich in Deutschland vor der WM unbeliebt gemacht, weil er im englischen FA-Cupfinal Michael Ballack verletzt hatte.

Ghana - Deutschland 0:1 (0:0)

Soccer City, Johannesburg. - 83 391 Zuschauer. - SR Simon (Br). - Tor: 60. Özil 0:1.

Ghana: Kingson; Pantsil, John Mensah, Jonathan Mensah, Sarpei; Tagoe (64. Muntari), Kevin-Prince Boateng, Annan, Kwadwo Asamoah, Andre Ayew (82. Adiyiah); Gyan (82. Matthew Amoah).

Deutschland: Neuer; Lahm, Mertesacker, Friedrich, Jérome Boateng (73. Jansen); Khedira, Schweinsteiger (81. Kroos); Müller (67. Trochowski), Özil, Podolski; Cacau.

Bemerkungen: Ghana ohne Vorsah (verletzt), Inkoom (Basel) auf der Ersatzbank; Deutschland ohne Klose (gesperrt), Ballack und Adler (beide verletzt).

Verwarnungen: 40. Andrew Ayew (Foul). 43. Müller (Foul).

Vor dem Spiel

Trainer Joachim Löw, nach den durchschnittlich erreichten Punkten der bisher erfolgreichste Coach der gesamten DFB-Geschichte, müsste bei einem Ausscheiden sein Amt nach knapp vier Jahren wohl sofort zur Verfügung stellen, wie Rudi Völler 2004 in Portugal. Damals war Deutschland an der Europameisterschaft in der Gruppenphase ausgeschieden. Doch im Moment müssen Löw solche Dinge noch nicht beschäftigen. Er vertraut darauf, dass seine junge Mannschaft auch dieses Mal alles gerade biegt: «Ich habe mehr Freude als Angst.«

Mit dem 4:0-Startsieg gegen Australien startete Deutchland wie eine Rakete, aber durch das 0:1 gegen Serbien büsste der Erfolgs-Jet merklich an Flughöhe ein. Nun geht es im 'Endspiel' der Gruppe D gegen Ghana um alles. Löw hatte sich den Gegner beim 1:1 gegen Australien angesehen und gesehen, dass sie in der «Abwehr verwundbar» sind. Dieses Manko kann indes der gesperrte Miroslav Klose nicht ausnutzen. Im deutschen Angriff kommt deshalb Cacau zum Zug. Der gebürtige Brasilianer von Christian Gross' VfB Stuttgart erklärt in deutscher Selbstverständlichkeit: «Es gibt keinen Zweifel, dass wir es schaffen.»

Im Gegensatz zu England besitzt Deutschland auch noch eine Hintertüre, die begehbar scheint: Auch ein Remis gegen Ghana könnte noch reichen. Voraussetzung wäre ein gleichzeitiges Unentschieden im zweiten Gruppenspiel zwischen Australien und Serbien oder aber ein Sieg der Australier (sofern diese nicht mindestens sieben Tore schiessen).

Die Partie gegen Gruppen-Leader Ghana erhält durch Kevin-Prince Boateng zusätzliche Brisanz. Der Halbbruder des bei Deutschland auf der Bank sitzenden Jerome Boateng war es, der mit einem bösen Foul im englischen Cupfinal die WM-Träume von Michael Ballack beendet hatte. Der 23-Jährige, ein gebürtiger Berliner, hatte vor seinem Wechsel ins afrikanische Team in der deutschen Nachwuchs-Auswahl für Furore gesorgt. Nun sagt er keck: «Mir ist es egal, ob Deutschland rausfliegt.» (si)

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