Handball: Deutschland und Dänemark in Rücklage
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HandballDeutschland und Dänemark in Rücklage

Deutschland und Dänemark haben sich im Handball mit den ersten Niederlagen bereits in eine heikle Lage manövriert. Russland, ein Vertreter des erweiterten Favoriten-Kreises, taumelte beim 28:27 gegen die hartnäckigen Ägypter ähnlich wie die beiden anderen Schwergewichte, stürzte aber nicht.

Im Tableau der Deutschen sind hinter dem verlustpunktlosen Leader Island fünf Equipen innerhalb von nur einem Punkt klassiert. In der einfacheren Gruppe A mit Frankreich (33:19 gegen China) und Olympiasieger Kroatien (33:14 gegen Brasilien) steht für die Favoriten die Vorbereitung der Viertelfinals im Vordergrund.

Bis zur 37. Minute hatten die Deutschen ihre Schwächephase der ersten Hälfte mehr als kompensiert. Die Formation von Kult-Trainer Heiner Brand führte 20:18. Eine gravierende Knieverletzung von Aufbauer Pascal Hens (Bruch des Schienbeinkopfes im linken Bein) durchkreuzte die Pläne der Deutschen jedoch. Sie verloren nicht nur einen Leader, sondern auch jegliche Linie. Island, ein Zwerg- Inselstaat mit 316'000 Einwohnern mit integriertem Handball-Gen, erzwang die Wende.

«Wir sind riesig enttäuscht. Wir haben eine Niederlage einkassiert, die nicht geplant war», bilanzierte Top-Skorer Michael Kraus (13 Tore). Gegen die robusten Widersacher aus dem Nordatlantik hat der Weltmeister seit über sechs Jahren nicht mehr verloren. Gegen die unbequemen Ägypter sollte sich der Finalist der letzten Sommerspiele keinen weiteren Punktverlust mehr leisten.

Mit dem Rücken zur chinesischen Mauer steht Dänemark. Das Tor zur 30:31-Niederlage gegen Südkorea handelten sich die Europameister in der Schlussminute ein. Entscheidender war indes die Phase vorher. In den letzten neun Minuten schloss der überragende Rechtshänder Jung Suyoung fünf Angriffe erfolgreich ab.

An den vergangenen drei Weltmeisterschaften spielte Ägypten keine Rolle und war nie in den Top 10 vertreten. Gegen den vierfachen Olympia-Goldmedaillengewinner Russland verpasste der Aussenseiter den zweiten Punktgewinn nur um Haaresbreite. Alexej Rastworzew schoss das Siegtor mit dem letzten Vorstoss der Partie Sekunden vor dem Ende. (si)

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