Leben wird stark heruntergefahren: Deutschland beschliesst verschärften Lockdown über Ostern
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Leben wird stark heruntergefahrenDeutschland beschliesst verschärften Lockdown über Ostern

Bund und Länder schicken Deutschland über Ostern in den schärfsten Lockdown seit Beginn der Pandemie. Vom 1. bis einschliesslich 5. April soll das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben weitgehend heruntergefahren werden.

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Bund und Länder haben einen fünftägigen verschärften Lockdown in der Osterwoche mit harten Kontaktbeschränkungen beschlossen. Zusätzlich zu den Osterfeiertagen sollen der Gründonnerstag und der Ostersamstag als «Ruhetage» mit «Ansammlungsverbot» definiert werden.

Bund und Länder haben einen fünftägigen verschärften Lockdown in der Osterwoche mit harten Kontaktbeschränkungen beschlossen. Zusätzlich zu den Osterfeiertagen sollen der Gründonnerstag und der Ostersamstag als «Ruhetage» mit «Ansammlungsverbot» definiert werden.

Jesco Denzel/Bundesregierung /dpa
Die deutsche Regierung und die Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer entscheiden an einem gemeinsamen Treffen am Dienstagabend wie es in der Corona-Pandemie weitergeht.

Die deutsche Regierung und die Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer entscheiden an einem gemeinsamen Treffen am Dienstagabend wie es in der Corona-Pandemie weitergeht.

AFP
Wegen Corona geschlossen: Ladenschild im Berliner Stadtteil Kreuzberg.

Wegen Corona geschlossen: Ladenschild im Berliner Stadtteil Kreuzberg.

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Darum gehts

  • Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder fassten in stundenlangen Beratungen in der Nacht zu Dienstag einen Beschluss.

  • Sie haben einen fünftägigen verschärften Lockdown in der Osterwoche mit harten Kontaktbeschränkungen beschlossen.

  • Dabei haben sie die Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April beschlossen.

  • Zudem sollen Fluggesellschaften künftig alle Urlaubsrückkehrer bereits vor dem Abflug auf das Coronavirus testen.

Angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen schicken Bund und Länder Deutschland über Ostern in den schärfsten Lockdown seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr. Vom 1. bis einschliesslich 5. April, also vom Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Pandemie zu durchbrechen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder in der Nacht zum Dienstag beschlossen.

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird insgesamt bis zum 18. April verlängert. Ein Überblick der Massnahmen in der Osterwoche:

  • Gründonnerstag und Karsamstag gelten als Ruhetage

Der Gründonnerstag und Karsamstag werden demnach einmalig als Ruhetage definiert und mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen verbunden. «Es gilt damit an fünf zusammenhängenden Tagen das Prinzip #WirBleibenZuHause», heisst es in dem Papier. Nur am Karsamstag soll demnach der Lebensmittelhandel im engeren Sinne geöffnet bleiben. Private Zusammenkünfte sollen auf den eigenen Haushalt und einen weiteren Hausstand, jedoch maximal fünf Personen beschränkt werden. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt.

  • Keine Restaurants, keine Gottesdienste

Ansammlungen im öffentlichen Raum werden dem Beschluss zufolge in dieser Zeit generell untersagt. Wo bereits Aussengastronomie offen ist, muss sie für diese fünf Tage wieder geschlossen werden. Kirchen und Religionsgemeinschaft werden gebeten, an Ostern nur Online-Angebote für die Gläubigen zu machen. Nur Impf- und Testzentren sollen offen bleiben.

  • Corona-Tests für alle Urlaubsrückkehrer

Fluggesellschaften sollen künftig alle Urlaubsrückkehrer bereits vor dem Abflug auf das Coronavirus testen, um eine weitere Ausbreitung der Pandemie zu bremsen: Von den Fluglinien würden «konsequente Tests» von Crews und Passagieren vor dem Rückflug und keine weitere Ausweitung der Flüge während der Osterferien erwartet, heisst es in dem Bund-Länder-Beschluss.

  • Urlaubsreisen im eigenen Land gestrichen

Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz drangen darauf, ihren Bürgern Urlaub in Ferienwohnungen, Ferienhäusern, Appartements, Wohnwagen und Wohnmobilen möglich zu machen, sofern diese über eigene Sanitäreinrichtungen verfügen und auch das Essen in Eigenregie organisiert werden kann. Davon ist im Beschluss nichts mehr zu finden.

Stundenlange Unterbrechung wegen «kontaktarmen» Reisen

Vorausgegangen war die schwierigste Verhandlungsrunde von Kanzlerin und Länderregierungschefs seit dem Ausbruch der Pandemie. Mehr als elf Stunden lang wurde verhandelt – wegen eines Streits über dem «kontaktarmen Urlaub» im eigenen Land war die grosse Runde allerdings stundenlang unterbrochen.

Dem Vernehmen nach zeigte sich Kanzlerin Merkel bei der Unterbrechung der Beratungen unzufrieden. Sie habe argumentiert, die bis dahin geeinten Massnahmen reichten nicht aus, um die Infektionsdynamik zu brechen. So könne man in der Öffentlichkeit nicht bestehen.

Angesichts des exponentiellen Wachstums der Infektionen beschlossen Kanzlerin und Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten weiter, dass die Anfang März vereinbarte Notbremse konsequent umgesetzt werden müsse. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen je 100’000 Einwohner sollen die Landkreise weitergehende Schritte umsetzen. Als Möglichkeit genannt werden unter anderem Ausgangsbeschränkungen, verschärfte Kontaktbeschränkungen oder die Pflicht zu tagesaktuellen Schnelltests in Bereichen, in denen das Abstandhalten oder konsequente Maskentragen erschwert sind.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

(DPA/AFP/kle)

Deine Meinung

632 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

German

23.03.2021, 21:08

Armes Deutschland. Was ist nur aus diesen Staat gewurden seit Merkel an der Macht ist.

Da Playa

23.03.2021, 18:51

Zum Glück sind im September Wahlen....

Angela M

23.03.2021, 17:53

Ihr könnt ja noch Kuchen essen :-)