Schutz von Risikogruppen: Deutschland verteilt FFP2-Masken an Alte – BAG winkt ab
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Schutz von RisikogruppenDeutschland verteilt FFP2-Masken an Alte – BAG winkt ab

Die deutsche Bundesregierung stattet Risikopatienten mit kostenlosen oder günstigen FFP2-Masken aus. Pro Senectute findet die Idee für die Schweiz prüfenswert.

von
Daniel Waldmeier
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Deutsche ab 60 erhalten kurz vor Weihnachten Atemschutzmasken von der Regierung. 

Deutsche ab 60 erhalten kurz vor Weihnachten Atemschutzmasken von der Regierung.

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27,3 Millionen Deutsche sollen je 15 Atemschutzmasken des Typs FFP2 erhalten. So planen es Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (im Bild), der den Schutz der Risikogruppen zum «obersten Ziel» erklärt hat.

27,3 Millionen Deutsche sollen je 15 Atemschutzmasken des Typs FFP2 erhalten. So planen es Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (im Bild), der den Schutz der Risikogruppen zum «obersten Ziel» erklärt hat.

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Im Mai wurden in Belgien gebrauchte Atemschutzmasken recycelt.

Im Mai wurden in Belgien gebrauchte Atemschutzmasken recycelt.

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27,3 Millionen Deutsche sollen je 15 Atemschutzmasken des Typs FFP2 erhalten – für jede Winterwoche eine. So planen es Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der den Schutz der Risikogruppen zum «obersten Ziel» erklärt hat. Diese Woche wurden laut der ARD die ersten Gratismasken über die Apotheken verteilt.

Die Masken, wie sie sonst das Gesundheitspersonal trägt, schützen vor Partikeln und auch Aerosolen, also kleinsten Tröpfchen. Damit eingedeckt werden sollen die Risikogruppen: über 60-jährige und jüngere Menschen mit Vorerkrankungen. Dazu gehören Asthma, Demenz, Diabetes, chronische Herz- oder Niereninsuffizienz.

«Das hätte man im Sommer aufgleisen können»

Auch in der Schweiz gerät der Schutz der Risikogruppen erneut in den Fokus, nachdem Spitäler in die Nähe der Kapazitätsgrenze gelangt sind. So sagt Peter Burri, Sprecher von Pro Senectute, die Schweiz habe es im Sommer verpasst, die Risikogruppen genügend zu schützen. Die Idee der Abgabe von FFP2-Masken findet Burri prüfenswert, gerade für Altersheime.

«Das hätte man im Sommer aufgleisen können. Zumindest für die 60’000 Bewohner in Altersheimen wäre das machbar und finanzierbar.» Die Masken-Thematik sei aber von Anfang an eine traurige Geschichte gewesen. Die ungeschickte Kommunikation in der ersten Welle habe dazu geführt, dass der Schutz von Masken sehr lange angezweifelt worden und erst mitten in der zweiten Welle auf eine breite Akzeptanz gestossen sei.

BAG empfiehlt Privaten keine Atemschutzmasken

Beim Bundesamt für Gesundheit sind FFP2-Masken für Risikopatienten allerdings kein Thema. «Das BAG prüft keine solchen Massnahmen», sagt ein Sprecher. Wieso, lässt er offen und verweist auf die Website des Bundesamtes. Dort hält das BAG fest, dass die Masken dem medizinischen Personal für dessen Arbeit zur Verfügung stünden. «Für den privaten Gebrauch empfehlen wir keine Atemschutzmasken.»

In einigen deutschen Bundesländern sind Atemschutzmasken dagegen bereits vorgeschrieben im Kontakt mit Risikogruppen. So reicht etwa in Bayern beim Besuch in Altersheimen keine einfach Hygienemaske mehr. Vielmehr muss eine FFP2-Maske getragen werden.

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