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SchweinegrippeDeutschland warnt vor dubiosen Medis

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat vor dem Kauf gefälschter Anti-Schweinegrippe-Mittel aus dem Internet gewarnt.

Im Netz gibt es zahlreiche Anbieter, die verschreibungspflichtige Arzneimittel wie Tamiflu ohne Vorlage eines Rezeptes vertreiben, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Freitag in Köln mit. «In diesen Fällen ist mit einiger Wahrscheinlichkeit mit dem Verkauf von gefälschter Ware zu rechnen», sagt BfArM-Leiter Johannes Löwer. Gefälschte Arzneimittel enthielten oft keine oder giftige Inhaltsstoffe und seien daher gesundheitsschädlich.

Ein zu niedrig dosierter Wirkstoff kann laut BfArM bei antiviralen Arzneimitteln wie Tamiflu zu Resistenzbildungen gegen das Grippevirus H1N1 führen. Wird der Wirkstoff gegen ein billiges fiebersenkendes oder schmerzstillendes Mittel ausgetauscht, würden nur die Symptome der Grippe bekämpft, die Viren jedoch nicht.

Laut BfArM ist es für Käufer schwer, den illegalen von einem legalen Internetvertrieb zu unterscheiden, da die Internetauftritte meist sehr professionell und seriös wirken. Ein sicheres Zeichen für einen illegalen Vertrieb sei es jedoch, wenn eigentlich verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne ärztliches Rezept abgegeben würden. (dapd)

Das Schweinegrippe-Virus (Typ H1N1)

Wissenschaftler klassifizieren Grippe-Viren nach ihren Oberflächenproteinen. H steht dabei für Hämaggluttinin, N für Neuraminidase. Es gibt 16 verschiedene H-Typen und neun verschiedene N-Typen, wobei die Nummern nichts über die Schwere der Krankheit aussagen. Die jetzt in Mexiko ausgebrochene Schweinegrippe hat den Virenstamm H1N1, die Vogelgrippe den Typ H5N1.

Der grösste Teil einer Virusoberfläche ist mit dem Eiweiss Hämagglutinin bedeckt. Das Protein ermöglicht Viren das Ankoppeln an die Zelle, in der schliesslich neue Grippeviren entstehen. Neuraminidasen sind Enzyme, die sich auf der Oberfläche von Influenzaviren befinden. Sie ermöglichen das Eindringen von Krankheitserregern in körpereigene Zellen. Diese viralen Enzyme schleusen dann auch von infizierten Zellen neu produzierte Viren aus der Zelle.

(Quelle: AP)

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