Deutschlandbesuch: Juschtschenko will in die EU
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Deutschlandbesuch: Juschtschenko will in die EU

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat am Dienstag zum Auftakt seines zweitägigen Antrittsbesuchs in Berlin den Wunsch seines Landes nach Aufnahme in die Europäische Union bekräftigt.

«Wir wollen unser Land auf der Liste der Staaten sehen, wo es Demokratie gibt und humanitäre Standards eingehalten werden», sagte er am Dienstag nach einem Treffen mit Bundespräsident Horst Köhler zum Auftakt seines zweitägigen Besuchs in Berlin.

Dabei wolle Kiew Rücksicht nehmen auf die Interessen Europas und der Nachbarländer, fügte er mit Blick auch auf Russland hinzu. «Wir müssen gegenseitig unsere Interessen achten und wahren.»

Köhler empfing Juschtschenko mit militärischen Ehren. Und er würdigte die freien Wahlen in der Ukraine. «Ich denke, dass eine neue Zeit begonnen hat.»

Am Mittwoch trifft Juschtschenko den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Oppositionsführerin Angela Merkel. Höhepunkt ist eine Rede im Bundestag. Juschtschenko strebt einen EU-Beitritt der Ukraine an. Belastet wird sein Besuch durch die Affäre um massenhaften Visa-Missbrauch vor allem an der deutschen Botschaft in Kiew.

Deutschland ist nach Juschtschenkos Antrittsbesuch in Brüssel dessen zweites Ziel im Westen. Schröder hatte im Herbst im Machtkampf um die ukrainische Präsidentenwahl vermittelt und seine guten Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin genutzt.

Der damalige ukrainische Oppositionsführer Juschtschenko führte die Massenproteste gegen die Wahlfälschungen an und gewann die wiederholte Stichwahl. (sda)

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