Deutschlands Qual der (Stürmer-)Wahl gegen die Schweiz
Aktualisiert

Deutschlands Qual der (Stürmer-)Wahl gegen die Schweiz

Deutschlands Teamchef Jogi Löw hat vor dem Testländerspiel gegen die Schweiz ein Luxusproblem: Vier Stürmer in Topverfassung stehen zur Wahl und nur zwei können beginnen. Die Schweizer Abwehr kann sich auf viel Arbeit gefasst machen.

Passend zum Luxusproblem war gestern in Düsseldorf auch der Ort, wo der deutsche Nationalcoach seine «Sorgen» erläuterte: Der DFB lud in einen luxuriösen Autosalon, wo Fahrzeuge mit dem silbernen Stern im Wert von bis zu 200 000 Euro herumstanden. Dort zwischen den Luxus-Wagen war das Podium aufgebaut mit Trainer Löw und den beiden Stürmern Kevin Kuranyi sowie Mario Gomez, die einer Hundertschaft von Medienleuten Red und Antwort standen.

Podolski gesperrt

Den deutschen Trainer plagen spezielle Aufstellungssorgen. Nicht, weil er zuwenig Spieler zur Verfügung hätte. Nein, er hat zu viele gute Profis zur Hand, die auf einen Einsatz drängen. Vor allem im Angriff stehen die Stürmer Schlange. Da ist er möglicherweise sogar froh, dass Bayern-Angreifer Lukas Podolski gegen die Schweiz gesperrt ist. So muss er sich nur noch unter vier Stürmern entscheiden.

Klose fraglich

Festlegen, wen er von Beginn weg bringen will, konnte sich Löw am Dienstag noch nicht, weil Miroslav Klose am Sonntag eine Kapselverletzung an einem Finger erlitten hat und nun eine Schiene trägt. Der aktuelle Torschützenleader von Werder Bremen musste am Abend im Abschlusstraining testen, ob die Schiene ihn nicht hemmt. Löw: «Wenn er keine Angst hat, mit der Verletzung zu spielen, dann wird er gegen die Schweiz beginnen. Aber er wird sicher nicht über die volle Distanz gehen.»

Da Klose im nächsten EM-Ausscheidungsspiel gegen Tschechien gesperrt ist, muss Löw Alternativen testen. Rückkehrer Kuranyi (Schalke), der seit November 2005 kein Länderspiel mehr bestritten hat, Debütant Mario Gomez vom VfB Stuttgart und Mike Hanke (Wolfsburg) stehen zur Wahl. «Ich kann mir gut vorstellen, alle vier zum Einsatz kommen zu lassen», sagt Löw und zeigt sich glücklich über die Topverfassung des Quartetts.

Klose und Gomez führen das Torschützenklassement in der Bundesliga an, der Stuttgarter erzielte in diesem Frühjahr bereits wieder dreimal, Kuranyi hat auch schon einen Doppelpack für Schalke erzielt und Hanke war am Samstag mit zwei Treffern gegen Bayer Leverkusen der Wolfsburger Matchwinner. Löw: «Alle vier sind sehr torgefährlich und verfügen über ein grosses Selbstvertrauen.»

Kuranyis Erinnerungen

Insbesondere Kuranyi muss man für die Partie gegen die Schweiz nicht speziell motivieren. Nach seiner Ausbootung kurz vor der WM ist er heiss darauf, es allen zu zeigen. Und gegen die Schweiz hat er besonders gute Erinnerungen: Beim letzten Aufeinandertreffen am 2. Juni 2004, unmittelbar vor der EM in Portugal, war der Schalke-Stürmer beim 2:0-Erfolg in Basel zweifacher Torschütze. «Ja, ich freue mich auf ein Wiedersehen mit den Schweizern», sagte der 35-fache Internationale mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Neben der Stürmer-Nomination hatte sich Löw bis gestern auch punkto Innenverteidiger noch nicht festlegen können. Erstmals seit der WM im letzten Sommer steht ihm das WM-Innenduo Per Mertesacker und Christoph Metzelder nach langen Verletzungen wieder gemeinsam zur Verfügung. Löw: «Ich muss mir noch Gedanken machen, ob ich beide auflaufen lasse. Die beiden Friedrichs waren in den letzten Partien auch sehr stark. Auch diesbezüglich werde ich das Abschlusstraining abwarten.»

Die voraussichtliche Startaufstellung von Deutschland:

Lehmann; Arne Friedrich, Mertesacker, Metzelder (Manuel Friedrich), Lahm; Schneider, Frings, Ballack, Schweinsteiger; Klose (Hanke), Kuranyi.

SR Bossen (Ho).

(si)

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