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Leser-UmfrageDeutschschweizer schlafen zufriedener

Haben Wohnort, Bildung, Alter und Geschlecht etwas mit einem guten Schlaf zu tun? Offenbar ja. Das ergab die grosse Leser-Umfrage zum Thema Schlafen.

von
G. Hummel

Falls Sie ein junger Mann sind, der auf dem Land wohnt und einen Uni-Abschluss hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie sehr zufrieden sind mit Ihrem Schlaf. Dies zeigt die 20-Minuten-Leserbefragung.

In einer teilweise repräsentativen Umfrage wurden Leser aus allen Sprachregionen zum Thema Schlafen befragt. Dies fand in Zusammenarbeit mit dem Institut Gfs.bern und den Kollegen von 20 Minuti und 20 Minutes statt. Nachfolgend die Ergebnisse zur allgemeinen Schlummer-Zufriedenheit sowie zu den Schlafgewohnheiten.

Im Schnitt wird in der Schweiz sieben Stunden pro Nacht geschlafen. Mit ihrer Schlafdauer sind 69 Prozent der Umfrageteilnehmer eher bis sehr zufrieden.

Deutschschweizer schlafen besser

Doch nicht nur die Quantität, auch die Qualität des Schlafes ist entscheidend. So verzichtet rund die Hälfte der Befragten vor dem Schlafengehen auf Koffein. Zwei Drittel gehen erst dann ins Bett, wenn sie auch wirklich müde sind. Männer schlafen gemäss ihren Angaben besser als Frauen. Jüngere Umfrageteilnehmer und solche mit höherem Bildungsgrad gaben an, einen besseren Schlaf zu haben als ältere oder solche mit tieferem Bildungsniveau. Auch nach Sprachregionen lassen sich Unterschiede festmachen. So schätzen Deutschschweizer ihren Schlaf als besser ein als ihre französisch- und italienischsprachigen Landsleute. Zudem wird auf dem Land zufriedener geschlummert als in der Stadt.

Obwohl mehr als zwei Drittel der Befragten zufrieden sind mit der Dauer ihres Schlafes, sind sie der Meinung, dass sie eigentlich mehr schlafen sollten. Denn die optimale Schlafdauer wird als deutlich höher eingeschätzt als die tatsächliche Schlafdauer. So schlafen wir im Schnitt sieben Stunden, während ein optimaler Schlaf mit durchschnittlich acht Stunden angegeben wird.

Zudem besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und der Zufriedenheit mit dem Schlaf. Die Befragten, die angaben, sehr zufrieden mit ihrem Schlaf zu sein, hauen sich pro Nacht etwa 7,5 Stunden aufs Ohr. Bei den eher Zufriedenen sind es sieben Stunden. Eher unzufrieden sind diejenigen, die im Durchschnitt sechs Stunden schlafen, und sehr unzufrieden die, die lediglich fünf Stunden im Land der Träume verbringen.

Disziplinierte lateinische Schweiz

Knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer gaben an, vor Arbeitstagen mehr oder weniger zu einer bestimmten Zeit ins Bett zu gehen. Dies ist im Durchschnitt um 22.30 Uhr. Dabei sind Frauen um einiges disziplinierter als Männer. Diese legen sich tendenziell später hin. Beim Zubettgehen vor freien Tagen gibt es geografische Auffälligkeiten. Ganz entgegen dem Klischee, dass unsere französisch- und italienischsprachigen Landsleute einen eher lockeren Lebensstil pflegen, sind sie beim Zubettgehen kontrollierter. Während nur 20 Prozent der Deutschschweizer eine fixe Zubettgehzeit immer oder häufig einhalten, sind dies unter den Romands 27 und unter den italienischsprachigen Schweizern 29 Prozent. Im Schnitt geht der Schweizer vor freien Tagen um 23.30 Uhr ins Bett.

Zudem fällt auf, dass deutlich mehr Umfrageteilnehmer zu einer bestimmten Zeit aufstehen als ins Bett gehen. Knapp die Hälfte gab an, an Arbeitstagen eine fixe Aufstehzeit zu haben, die auch eingehalten wird. Im Durchschnitt steht der Schweizer an Arbeitstagen um 6.30 Uhr auf. An freien Tagen sind Männer jedoch flexibler als Frauen. Auch halten sich Menschen, die auf dem Land wohnen, eher an feste Aufstehzeiten an freien Tagen. Im Durchschnitt ist das 8.30 Uhr.

Siesta gibt es auch in der Schweiz

Jeder Zehnte gibt an, fast täglich ein Mittags- oder Tagesschläfchen zu machen. Dabei verbringen die «Tagesschläfer» im Durchschnitt 30 Minuten schlafend. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) hält nie oder fast nie eine Siesta.

Zur Studie

An der Online-Befragung, die 20 Minuten gemeinsam mit dem gfs.bern durchgeführt hat, haben 13460 Personen teilgenommen. Die Befragung erfolgte in allen Sprachregionen der Schweiz. Die vom gfs.bern gewichteten Ergebnisse sind repräsentativ für EinwohnerInnen unter 40 Jahren, mit Einschränkung auch für über 40-Jährige, nicht aber für Personen über 60 Jahren. Gründe dafür ist der beschränkte Onlinezugang dieser Bevölkerungsschichten sowie die Selbstselektion aufgrund des Befragungsthemas.

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