Intelligente Uhren: Deutschschweizer sind Smartwatch-Muffel

Aktualisiert

Intelligente UhrenDeutschschweizer sind Smartwatch-Muffel

Noch sind Schweizer zurückhaltend, geht es um die Anschaffung einer Smartwatch. Höchst unterschiedlich sind die Kaufabsichten in den einzelnen Landesteilen.

von
S. Spaeth
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Apple-Fans mit einem Apple-Watch-Stirnband warten auf Einlass in den Apple Store in Tokio.

Apple-Fans mit einem Apple-Watch-Stirnband warten auf Einlass in den Apple Store in Tokio.

AFP/Toshifumi Kitamura
Um das neueste Gadget von Apple einmal am Handgelenk zu spüren, stehen die Fans stundenlang an.

Um das neueste Gadget von Apple einmal am Handgelenk zu spüren, stehen die Fans stundenlang an.

AFP/Dale de la rey
Die Japaner können als einige der ersten Kunden weltweit die Apple Watch ausprobieren.

Die Japaner können als einige der ersten Kunden weltweit die Apple Watch ausprobieren.

AFP/Toshifumi Kitamura

Wurden die Smartwatches zu Beginn von der traditionellen Uhrenbranche als klobige Handgelenk-Computer belächelt, hat sich dies mit dem Einstieg von Apple geändert. Nun will niemand den möglichen Boom verschlafen und selbst Traditionsmarken wie Omega und Tag Heuer lancieren eigene Modelle. Noch scheinen die Konsumenten aber sehr zurückhaltend zu sein, wenn es um die Anschaffung einer derartigen Uhr geht. Laut einer repräsentativen Umfrage von Intervista wollen nur 4 Prozent der Schweizer «sehr wahrscheinlich» eine Smartwatch kaufen. Bei weiteren 9 Prozent ist es «eher wahrscheinlich».

Schaut man die Ergebnisse der bei 890 Personen durchgeführten Umfrage im Detail an, zeigt sich, dass die Absicht, eine Smartwatch zu kaufen, je nach Landesteil unterschiedlich ist. Während bei den Deutschschweizern lediglich 10 Prozent «eher wahrscheinlich» oder «sehr wahrscheinlich» eine Smartwatch kaufen, sind es bei den Romands mit 20 Prozent doppelt so viele.

Stehen Romands auf Gadgets?

Jean-Claude Biver, der als Uhren-Chef der LMVH-Gruppe eine Smartwatch für die Marke Tag Heuer entwickelt, zeigt sich vom Resultat sehr überrascht: «Ich habe immer geglaubt, die Romands seien weniger technikaffin als die Deutschschweizer», so der Uhrenmanager zu 20 Minuten. Anlass zu der im März und April durchgeführten Umfrage ist der für Ende Woche vorgesehene Verkaufsstart der Apple Watch in den ersten Märken. Schweizer Kunden müssen sich aber weiter gedulden.

Am stärksten ist die Absicht, eine intelligente Uhr zu kaufen, in der Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen, was vor allem am verfügbaren Einkommen liegen dürfte. Zudem gilt ein Teil dieser Altersgruppe als «Digital Natives». Weiter zeigt die Umfrage, dass iPhone-Besitzer eher dazu tendieren, eine Smartwatch zu kaufen als Menschen, die ein Smartphone einer anderen Marke besitzen.

2,3 Millionen Vorbestellungen

Der definitive Marktdurchbruch der Smartwatches steht laut Credit Suisse trotzdem kurz bevor. Der Einstieg von Apple in dieses Segment werde den Prozess weiter beschleunigen. Die Analystengilde sieht die Apple Watch schon jetzt als meistverkaufte Smartwatch. Der Analyst Ming-Chi Kuo schӓtzt die Anzahl der Vorbestellungen auf rund 2,3 Millionen Stück. Im Jahr 2015 dürften laut dem Analysten 15 und 20 Millionen Apple-Uhren verkauft werden.

Die CS geht davon aus, dass Apple in den ersten zwölf Monaten 20 Millionen Uhren verkaufen kann, sofern die Firma aus Cupertino so erfolgreich ist wie bei der Einführung des iPad. Bei einem durchschnittlichen Preis von 500 Dollar würde das zusätzliche 10 Milliarden Dollar Umsatz bringen.

Keine Gefahr für Schweizer Uhrenindustrie

Lediglich rund als ein Viertel der Befragten gehen davon aus, dass Smartwatches langfristig eine Gefahr für die Schweizer Uhrenindustrie darstellen. 17 Prozent sehen intelligente Uhren als kurzfristige Gefahr. Interessant ist, dass die beiden Werte in der Westschweiz höher ausfallen als in der Deutschschweiz. Bei der Frage, ob Smartwatches eine Chance für Schweizer Unternehmen seien, gaben sich jüngere Umfrageteilnehmer weniger optimistisch als ältere. (sas)

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