ETH-Forschung: Diabetes-Diagnose ganz ohne Blut
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ETH-ForschungDiabetes-Diagnose ganz ohne Blut

Zuckerkrank? Diese Diagnose könnte zukünftig durch einen von Zürcher Wissenschaftlern entwickelten Sensor erfolgen: Das neuartige Gerät erspart dem Patienten den gefürchteten Piks in den Finger.

von
rre
Aceton-Messung in der Atemluft: der Schlüssel zur Diagnose.

Aceton-Messung in der Atemluft: der Schlüssel zur Diagnose.

Um eine Diabetes diagnostizieren zu können, muss Blut gelassen werden: Dazu erfolgt ein kleiner Stich in den Finger. Doch dieser Pikser könnte schon bald der Vergangenheit angehören: Forscher der ETH-Zürich entwickelten unter der Leitung von Sotiris Pratsinis, Professor für Partikel-Technologie am Institut für Verfahrenstechnik, einen Sensor, der die Konzentration von Aceton in der Atemluft misst. Bei einem Gesunden beträgt der Acetongehalt im Atem rund 900 ppb (Partikel pro Milliarde). Bei Diabetikern vom Typ I (im Gegensatz zum Typ 2 stellt sich diese Form häufig schon im Kindesalter ein), ist der Wert fast doppelt so hoch. Das Gerät misst derart präzise, dass es selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit bis zu 20 ppb Aceton erspüren kann.

Atemluft-Diagnose im Trend

Durch seine Präzision glaubt Pratsinis den Sensor zukünftig auch zur Diagnose anderer Erkrankungen einsetzen zu können. Das funktioniert bereits im Ansatz über die Laserspektroskopie. Durch dieses Verfahren können die in der Atemluft enthaltenen Moleküle bestimmt und Krankheiten erkannt werden: so weist beispielsweise Methylamin auf eine mögliche Lebererkrankung hin, während Ammoniak für eine Niereninsuffizienz verantwortlich gemacht werden kann.

Damit das von den ETH-Forschern entwickelte Gerät im Alltag eingesetzt werden kann, muss jetzt nur noch ein Partner aus der Medizintechnik gefunden werden.

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